Feed on
Posts
Comments

Der Tagungsband

Vor einem Jahr fand im Rahmen der Projekte des Instituts für Philosophie der Vietnamesischen Akademie für Gesellschaftswissenschaften (VASS) aus Anlass der Marx-Jubiläen in Buon MeThuot eine erste Konferenz zur Rolle der sozialen Gerechtigkeit im Werk von Karls Marx statt. Sie stand unter dem Titel „Karl Marx‘ Ideen zur Verteilungsgerechtigkeit und ihre Relevanz für die Gegenwart“ und wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung unterstützt. Für die diesjährige Konferenz, unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, wählten die VeranstalterInnen einen fast gleichlaufenden Titel: „Karl Marx zum Verhältnis von sozialer Gerechtigkeit und Demokratie und eines Bedeutung für die Gegenwart“. Tatsächlich waren es dann aber doch zwei verschiedene Veranstaltungen, die aufeinander aufbauten und sich ergänzten. Unter verschiedenen Blickwinkeln wurde versucht, die Widersprüche der vietnamesischen Gesellschaft zu verstehen und darauf aufbauend nachhaltige Lösungen zu finden. Der Gini Index als Maß der Ungleichheit für Vietnam liegt nach Angaben für das Jahr 2014 bei 34,8; das scheint günstig. Allerdings wurde vermerkt, dass dies kein realistisches Bild sei, Schattenwirtschaft und Korruption würden Umverteilungsprozesse in Gang setzen, die kaum sichtbar werden. Continue Reading »

An der Moskauer Uni wurde unlängst ein Zentrum für marxistische Studien eröffnet

Der russische Marxismus ist in den westeuropäischen Diskussionen nicht gerade eine Referenz. Das hängt nicht nur mit Sprachschwierigkeiten und mehr oder weniger jahrzehntelang gepflegten Vorurteilen zusammen. Der Marxismus in den zwei Russlands (das eine bis 1917, das andere ab 1991) und in der Sowjetunion hat seinen eigenen Weg genommen, der sich auch in unterschiedlichen „Sprachen“ niederschlägt. Umgekehrt – die Fassung des Marxismus, mit der man im Westen groß wird, ist oft nicht geeignet, die Realität Russlands bzw. die Geschichte der Sowjetunion zu fassen.

Dabei liegen die Probleme, mit den sich die verschiedenen marxistischen Strömungen auseinanderzusetzen haben, gar nicht so weit auseinander: Sozialabbau, Privatisierung, politische Repression, Diskriminierungen, Beteiligung an militärischen Interventionen in den „Interessengebieten“ und anhaltende Kriegsgefahr fordern hier wie dort dazu heraus, die unterschiedlichen Gesellschaften aus marxscher Sicht einer Kritik zu unterziehen und davon ausgehend Organisationsformen für linke Bewegungen zu finden. Akteure und Subjekte der Gesellschaftsveränderung sind hier wie dort in theoretischer wie praktischer Hinsicht offene Probleme.

Continue Reading »

Marx brachte die Gesellschaft und ihre Geschichte wieder in den Fokus der Philosophie. Seine Nachfolgenden griffen Aspekte der neuen Sicht auf, wir diskutieren, was davon aktuell noch Bestand haben kann. Wo ist die wirksame und sinnvolle Weiterentwicklung der kritischen Gesellschaftsanalyse. Wo sind die Bausteine dazu und wer hat sie? Orientierung und Antrieb für das Geschäft der dringend erforderlichen Transformation. Grenzüberschreitungen von Marx zu Bloch, Benjamin, Korsch, Kofler und Lukács sollen die Weiterungen und Erweiterungen in der Philosophie in Folge und Nachfolge von Karl Marx anläßlich des Marx-Jubiläums aufzeigen. Hierbei geht es nicht um die »richtige« Marx-Auslegung, sondern darum, den Theoriefundus für die heutige Situation fruchtbar zu machen. Linker Aktivismus benötigt dringend die theoretische Auffrischung und Revitalisierung der utopischen wie der praktischen Erkenntnis. Wir benötigen eine progressive Perspektive. Die Philosophie Ernst Blochs bietet eine fundierte Ausgangsplattform für das erforderliche »offene« Denken, gerade auch überkommener linker Inhalte. Die Gegenüberstellung theoretischer Bemühungen von Mitstreitern- und -denkern soll hierbei die Blickwinkel weiten und  mehr Präzision für die Diskussion ermöglichen.

Termin: 2.-4. November 2018 in Hamburg

Das vollständige Programm ist hier zu finden. Anmeldung bei: Doris Zeilinger (doris.zeilinger(ädd)@gmx.de)

Tags: ,

Die Haushaltsausgaben der ca. 89.000 Bürger/innen von Dunkerque und der etwa 110.000 Einwohner/innen im Nahbereich der Stadt erfahren eine „September-Revolution“, denn bisher folgte hier „Mobilität“ auf Platz 2 den Lebens- und Genussmitteln. Damit ist jetzt Schluss: seit dem 1.9.2018 gilt der Nulltarif im ÖPNV mehr

Tags: ,

Fortschritt und Befreiung, möglich, nötig, utopisch und zu realisieren nur über den immer wieder zu diskutierenden und zu praktizierenden Versuch: Zwei Bücher sind es mir in diesem Zusammenhang wert, gegeneinander gehalten zu werden, da sie sich in einer wissenschaftlichen, d.h. auf Nachvollziehbarkeit gegründeten, transformativen Utopiedebatte hervorragend ergänzen:

Simon Sutterlütti/Stefan Meretz: Kapitalismus aufheben. Ein Einladung, über Utopie und Transformation neu nachzudenken, Reihe Beiträge zur kritischen Transformationsforschung Bd. 5, VSA: Hamburg 2018.

Dietmar Dath/Barbara Kirchner: Der Implex. Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee, Suhrkamp: Frankfurt am Main 2012.

Weiterlesen

Tags: , , , ,

Trotz der Fußballweltmeisterschaft läuft die Kampagne gegen die in Russland geplante Erhöhung des Renteneintrittsalters weiter. Das nun in die Duma eingebrachte Gesetz sieht vor, im Zeitraum von 2019 bis 2028 das Rentenalter für Männer von jetzt 60 auf 65 Jahre, für Frauen zwischen 2019 und 2034 von 55 auf 63 Jahre schrittweise zu erhöhen. Das ist angesichts der Dimension recht schnell. Zum Vergleich: die Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre in Deutschland erfolgt über einen Zeitraum von 2012 bis 2029. Die Argumentation der Regierung ist allbekannt: die demographischen Verschiebungen und die steigende Lebenserwartung überforderten den Haushalt und die Steigerung der Einkommen würde dazu führen, dass keine Probleme entstünden. Gleichzeitig sei eine dauerhafte Senkung der Sozialabgaben nötig – um das Investitionsklima zu verbessern. Continue Reading »

Seit 1981 erscheint zweimal jährlich in der Schweiz die Zeitschrift WIDERSPRUCH als unabhängige sozialistische Theoriezeitschrift. Im letzten Jahr hat die ETH-Bibliothek in Zürich alle Ausgaben digitalisiert. Nun sind 37 Jahre linke Debatte online frei zugänglich – das sind über 13.000 Seiten.

Das Archiv ist über e-periodica.ch abrufbar: www.e-periodica.ch/digbib/volumes?UID=wis-001
Volltextsuche zu einzelnen Artikeln: www.widerspruch.ch/archiv
Wir wünschen viel Spass beim digitalen Stöbern und Lesen!

Das aktuelle Heft ist die Nummer 71. Deren Schwerpunkt ist Souveränität, Föderalismus und Autonomie. Themen sind u.a. Schweizer Föderalismus; Selbstermächtigung von Frauen; Migration und politische Partizipation; Bildungsfödera­ lismus; Munizipalismus; Volkssouveränität; Autonomie­ bestrebungen in Schottland, Nordirland, Katalonien und Rojava; Demokratischer Konföderalismus; Lokalpolitik.

Tags:

Mit der Formierung der neuen Regierung nach den Präsidentschaftswahlen und den ersten Projekten dieser Regierung sind interessante Weichenstellungen erfolgt. Zwischen der von den Medien aufmerksam verfolgten Regierungsbildung und den sich jetzt anbahnenden Protesten gegen die Erhöhung des Rentenalters besteht ein Zusammenhang, der bei deren Bewertung in Rechnung gestellt werden sollte. Continue Reading »

Karl Marx – „vor allem Revolutionär“: Texte zum 200. Geburtstag und ein Brief an Karl Marx,
geschrieben gemeinsam mit Judith Dellheim, Lutz Brangsch und Dieter Klein

Inhalt
  • Ein Brief an Karl Marx
  • „Sein gesamtes Denken war auf politische Praxis angelegt“
  • Fragen aus dem Nebelland der Zukunft
  • Die dritte Welle des Sozialismus
  • Das „Kapital“ als materialistisch-dialektische Zukunftswissenschaft
  • zu praktischen Zwecken
  • Die Bildungselemente einer neuen Gesellschaft in Marx’ „Kapital“
  • Marx und Engels im Gespräch mit Robert Owen und den Oweniten

 

Tags: ,

Dieses Diskussionsangebot ist aus einem Gedankenaustausch unter Lutz Brangsch, Michael Brie, Judith Dellheim, Frieder Otto Wolf und Gabi Zimmer hervorgegangen.

Es diente der Vorbereitung auf den Workshop “Mit Marx sozialistische Strategien entwickeln” im Rahmen der Konferenz MARX200.

Tags: , ,

Am 2. Juni feiert der Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Marburg die 50. Wiederkehr seiner Gründung. Das Programm findet sich hier.

Aus diesem Anlass erscheint auch eine kleine Publikation.
BdWi: Gegen den Strom schwimmen – 50 Jahre BdWi. Festschrift zum 50. Geburtstag des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Mai 2018, ISBN 978-3-939864-24-0, 84 Seiten, Preis: 10 Euro).
Die Autor*innen der rund 15 Beiträge und mehrerer persönlicher Porträts sind (oder waren) als Beteiligte aus verschiedenen Generationen dem BdWi eng verbunden. Als Zeitzeug*innen schildern sie die erlebten Kämpfe und Auseinandersetzungen – für Hochschulreformen und gegen Berufsverbote, für Frieden und Abrüstung und gegen geschlechterspezifische Diskriminierung, für einen freien Studienzugang für alle und gegen den neoliberalen Umbau der Hochschulen. 50 Jahre BdWi beinhalten einen umfangreichen Schatz an politischen Erfahrungen und Erkenntnissen, die es zu bewahren lohnt. Dazu soll dieser Sammelband beitragen.
Mit Beiträgen von: Dieter Boris, Torsten Bultmann, Herbert Claas, Georg Fülberth, Daniel Gaittet, Gudrun Hentges, Klemens Himpele, Steffen Käthner, Sabine Kiel, Reinhard Kühnl, Morus Markard, Gisela Notz, Peer Pasternack, Lothar Peter, Rainer Rilling, Paul Schäfer, Sonja Staack, Mareike Strauß, Gerd Wiegel, Frieder Otto Wolf.

Bestellungen: www.bdwi.de/verlag/bestellen/index.html

Dass in jüngster Zeit soziale Bewegungen und NGO vielfältige Aktivitäten in Sachen Finanzen (vor allem Schulden und Regulierung der Finanzmärkte), öffentlich-private Partnerschaften und Infrastrukturinvestitionen starteten, hat folgenden Grund: 10 Jahre nach dem Ausbruch der globalen Finanzkrise werden deren Ursachen noch immer nicht konsequent bekämpft und vielfach sogar neu befördert. more

Tags: , ,

Nach dem dramatischen von heißen und kalten Kriegen geprägten 20. Jahrhundert und sich reihender weiterer chaotischer Gesellschaftsereignisse unterschiedlichsten Charakters

  • wie religiöse, rassistische und nationalistische Gewaltexzesse mit dem Holocaust als dem beschämendsten Weltereignis von deutschem Boden aus organisiert
  • wie alle Spielarten kolonialistischer Unterdrückung und internationaler Ungerechtigkeit von Einmischung über Putsch bis zum gewaltsamen Austausch von Regierungen.
  • wie Finanz-und Überproduktionskrisen, auch von Milch- und Fleischbergen,
  • zusammenbrechende Staatshaushalte, Hungersnöte, Gesundheitskrisen,
  • deutlich wie nie hervortretende und sich verschärfende Umweltschäden zum Nachteil von Mensch und Natur,
  • wie dem sich als entscheidende Ursache hierfür offenbarenden alles an sich reißenden Finanzkapitalismus und seiner maßlosen Vermögens- und Einkommensverteilung zugunsten einer winzigen feudalistischen Kapitalaristokratie, die alle Reichtumsmaßstäbe des Feudalismus früherer Jahrhunderte bricht,

haben sich systembegründet und folgerichtig in diesem noch jungen 21. Jahrhundert die weltpolitischen, sozialen und umweltpolitischen Konflikte schon wieder deutlich verschärft, ohne daß der Realsozialismus als ein aus „westlicher Sicht“ zu bekämpfender feindlicher Länderblock noch eine markante praktische Rolle gespielt hätte, wenn auch nationalstaatliche Sonderformen in Asien und Südamerika auf spezifischen Pfaden des Sozialismus, sowie das nach wie vor in den westlichen Ländern bestehende politische “Phantom” des demokratischen Sozialismus nach wie vor existent sind, was “westlichen” Vordenkern allein schon zu schaffen macht. Weiterlesen

Tags:

Anbei unsere Berichte zum Weltsozialforum in Salvador da Bahia, Brasilien: WSF? R.I.P., oder: „Was bedeutet es heute, Linke(r) zu sein?“

money shot:

Mein Vorschlag wäre, das Ding einzustampfen, ihm ein Begräbnis erster Klasse zu arrangieren, und dann einfach mal schauen, was aus der Masse kleinerer und mittelgroßer globaler Koordinierungszirkel und Initiativen heraussticht.”

Judith sieht das ein wenig anders: Der Prozess geht weiter

Analysieren und Vorschläge diskutieren! Diese unspektakuläre Forderung des brasilianischen Aktivisten und Mitbegründers des Weltsozialforums Chico Whitaker ist das, was jetzt nötig ist, wenn der Schwung von Salvador das WSF als Prozess und vor allem die sozialen Bewegungen stärken soll.”

Auf jeden Fall ist das IfG mal wieder mitten drin in der Debatte 🙂

Tags: ,

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

mit diesem Newsletter wollen wir dich über die Arbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Themenfeld Gewerkschaften informieren.
Wir experimentieren erstmals mit einer neuen Format-Vorlage für den Newsletter und hoffen, dass alles funktioniert…

Mit solidarischen Grüßen,
Florian Wilde und Fanny Zeise

Zum Newsletter

Tags: , , ,

Older Posts »

Facebook IconTwitter IconView Our Identi.ca Timeline