Gewerkschaften und Klimagerechtigkeit [Rezension]
Wie stehen die Gewerkschaften zum Klimaschutz und zur sozial-ökologischen Transformation? Dieser Frage gehen in der Ausgabe 2025 der Reihe «Arbeitspolitik: Theorie, Praxis, Strategie» Wissenschaftler*innen, Expert*innen und gewerkschaftliche Praktiker*innen nach. Der Herausgeber Hans-Jürgen Urban, selber geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und Honorarprofessor hat in diesem Band Beiträge rund um das Thema sozial-ökologische Transformation versammelt. Es geht um Probleme, die auftreten, wenn die Produktions- und Lebensweisen der kapitalistischen Gesellschaft mit den Reproduktionserfordernissen der Natur kollidieren.
«Nachhaltige Arbeit» ist das Thema, an das sich die Autor*innen und Interviewpartner*innen in diesem Band annähern. Im Mittelpunkt stehen dabei die Herausforderungen für die Interessenvertretungspolitik von Betriebsräten und Gewerkschaften. Eingeleitet wird der Band durch zwei grundlegende, aber in den Kernaussagen nicht neue wissenschaftliche Beiträge. Zum einen der titelgebende Aufsatz des Herausgebers und zum anderen «Umkämpfte Transformation» von Klaus Dörre. Beide Beiträge kreisen eher theoretisch um die Handlungsmöglichkeit von Gewerkschaften in der von beiden konstatierten sozial-ökologischen Krisensituation der deutschen Industriegesellschaft.Read more
Postwachstum - Leben über den Verhältnissen?
Leben im Überfluss? Ist der Zwang zum Wachstum eigentlich ein Naturgesetz? Ruinieren Klimadebatten, die alternative Wirtschafts- und Care-Formen einfordern, Wohlstand, soziale Teilhabe und Arbeitsplätze? Und kann sich der Globale Süden ohne fossiles Wachstum aus der Armut befreien? Klimabewegte, (öko-)feministische und ökosozialistische Versuche zur Beantwortung drängender Fragen bietet das neue Heft der Zeitschrift WIDERSPRUCH.
Jede der Ausgaben dieser in Zürich halbjährlich erscheinenden Zeitschrift ist einem Schwerpunktthema gewidmet. Dieses wird mit rund fünfzehn Beiträgen theoretisch oder praxisbezogen analysiert und problematisiert sowie assoziativ oder anhand von Fallbeispielen beschrieben. Es werden Auswege aus Sackgassen entworfen und Antworten von Bewegungen porträtiert. Es lohnt sich deshalb, verschiedene Beiträge quer durchs Schwerpunktthema zu lesen.
Jedes Heft enthält zudem Beiträge zu aktuellen Diskussionen und Rezensionen von Neuerscheinungen auf dem linken Buchmarkt.Read more
Wege zur wachstumsunabhängigen Gesellschaft [Rezension]
Peter Streiff (Stuttgart) rezensiert das neue Buch von Frank Adler und Ulrich Schachtschneider
Die beiden Herausgeber benennen die »Crux mit der ewigen Wachstumsorientierung« als Auslöser für ihr Buch, das verschiedene alternative Wege zur immer tiefer werdenden sozialen Spaltung westlicher Gesellschaften aufzeigen will. Denn für viele Menschen hätten die Entwicklungen der letzten Jahre zu einem Dilemma geführt, in dem sie derzeit nur die zwei Möglichkeiten »ökonomisch Wachsen mit ökologischem Desaster« oder »Nicht-Wachsen mit völkischem Nationalismus« sehen würden.
Ihre Sammlung von dringend benötigten gesellschaftlichen Alternativen bezeichnen die Herausgeber Frank Adler und Ulrich Schachtschneider als »Postwachstumspolitiken«, wobei es ihnen um demokratische Übergänge zu einem Leben und Wirtschaften geht, »deren Qualität und Stabilität nicht vom permanenten ökonomischen Wachstum abhängen«. Dafür zeigen 30 AutorInnen in 22 Beiträgen unterschiedliche konzeptionelle Ansätze und thematische Schwerpunkte auf. Einige der Beiträge machen Strategien von unten wie Tauschläden oder Initiativen des Selbermachens zum Thema, andere haben den Anspruch, grundlegende Reformen des gesamten institutionellen Rahmens vorzuschlagen, um eine notwendige Transformation hin zu einer Postwachstumsökonomie in Gang zu setzen.
Diese Umwandlung und eine Chance auf Verbreiterung in der Gesellschaft könne aber laut Adler und Schachtschneider nur gelingen, wenn es eine wechselseitige Befruchtung von beiden Strategien, also »von treibender Mikro-Praxis und stützender Bewegungs- und Makropolitik« geben werde. Neben diesem wertvollen Ansatz überzeugen inhaltlich vor allem jene Beiträge, deren Nähe zur Degrowth-Bewegung unverkennbar ist und die für mehring1-LeserInnen viel Bekanntes beinhalten. Den formulierten Anspruch, »grundlegende Reformen vorzuschlagen«, lösen jedoch leider mehrere, eher theoretische Aufsätze kaum ein. Auch wenn bereits bekannte Konzepte wie das Grundeinkommen in neuem Licht erscheinen, wenn sie als »gastliches Umfeld für ein (Arbeits-)Leben jenseits des Produktivismus« benannt werden.
Vor allem der kompakt und anregend formulierte Ansatz des in Frankreich populären Konvivialismus sowie die Überlegungen zur »Wirtschaftsförderung 4.0«, die ein solides Geschäftsmodell mit sozialen Innovationen verknüpfen will, haben jedoch das Potenzial, für politische Debatten mit dem notwendigen Praxisbezug zu sorgen. Das Buch bietet, obwohl oft in wissenschaftlicher Sprache verfasst, eine lesenswerte Übersicht dadurch, dass die Beiträge ähnlich strukturiert sind und der Einstieg jeweils durch eine inhaltliche Zusammenfassung erleichtert wird.
Frank Adler/Ulrich Schachtschneider: Postwachstumspolitiken, Wege zur wachstumsunabhängigen Gesellschaft; 328 Seiten, oekom Verlag, München 2017, 328 Seiten, 24,95 Euro
Dokumentation zum Kongress „Solidarische Ökonomie“ 2013 in Wien
2009 und 2013 fanden in Wien zwei Kongresse zu solidarischer Ökonomie und alternativem Denken und Wirtschaft statt, die jeweils von um die 1000 Menschen besucht wurden. In Deutschland gab es 2006 in Berlin (das Buch dazu ist unter http://t.co/c0MEM5Bd2q frei zugänglich) den Auftakt dieser Serie und darin 2012 in Kassel ein sogenanntes Forum Solidarische Ökonomie.
Mit diesem Heft liegt nun eine Teil-Dokumentation aus den Workshops vor, die am Kongress im Februar 2013 teilgenommen und jetzt Beiträge eingesendet haben. Es ist in sechs Rubriken gegliedert: Grundsätzliches/Geschichte, Landwirtschaft, Geld/Demonetarisierung, Commons/Allmende, schließlich Berichte über die früheren Kongresse und die „Kategorisierungsresistentes“ genannte Rubrik „sonstiges“.
Die nahezu vier Dutzend Artikel sind sehr unterschiedlich, einige keine 2000 Zeichen lang. Inhaltlich reicht das bunte Spektrum von klassisch-sozialbewegten über wertkritische bis zu religiösen Ansätzen. Als inhaltliche Klammer kann die These dienen, dass es heute um Tauschen und Nutzen von Dingen und Wissen gehen muss, und nicht mehr um Eigentum oder Profit. Über geldvermittelten Tausch wird noch eifrig debattiert. Einig ist man sich hingegen darin, dass eine Kultur der Kooperation (so auch der Titel des Forum 2012) weiter entwickelt werden muss, und dass dies ein langer und womöglich nie endender Prozess ist.
Zum Schluss findet sich eine Übersicht über alle gut 100 Workshops samt Mail-Kontaktadressen zu Verantwortlichen und/oder Referent_innen und ein Stichwortverzeichnis mit Verweisen zu den passenden Artikeln.
Solidarisch wirtschaften. Dokumentation des Kongress „Solidarische Ökonomie 2013“, 136 Seiten, Format A 4, Bezug gegen Spende, http://www.solidarische-oekonomie.at
Diese Annotation erschien zuerst in CONTRASTE, Monatszeitung für Selbstorganisation, Ausgabe 357.
Rote Karte für Wilhelm Heitmeyer
Auf dem ersten Blick scheinen das WSI-Herbstforum „Gespaltene Gesellschaft“ vom 24.11.2011 und die IGM-Konferenz zur Energiewende vom 1./2.12.2011 nicht viel miteinander zu tun zu haben. Der Link wird optisch sichtbar nur durch die Kooperation mit der Hans-Böckler-Stiftung. Allerdings gibt es noch ein anderes widerspruchreiches Bindeglied und das mag paradox anmuten: Die Herbstforum-Rede von Wilhelm Heitmeyer. Sie erklärt das Hauptproblem der Gewerkschaften in Deutschland: ihre problematische Rolle in der globalen Konkurrenz, insbesondere in der globalen Standortkonkurrenz. Sie wollen mehr – vor allem höhere Einkommen und höheren materiellen Wohlstand – von den Früchten dieser Konkurrenz anstatt diese zu bekämpfen. Sie meinen, dass dies sowohl für die Deutschen in ihrer Gesamtheit als auch für „die Wirtschaft“ besser wäre, den Standort Deutschland nachhaltiger sichern würde.Read more
Schmutzige „Klimagoldesel“
sind die „Gewinner des EU-Emissionshandels“. Das beweist erneut und neu die britische Umweltschutzorganisation "Sandbag Climate Campaign". Sie hat in der vergangenen Woche gemeinsam mit dem BUND die Studie „Der Klimagoldesel: Wer sind die Gewinner des EU-Emissionshandels“ veröffentlicht. Dass dieser den Kampf gegen die globale Erwärmung erschwert und die Finanzkrise befördert, wurde schon mehrfach bewiesen. Allerdings wurden noch nie so fundiert die größten Profiteure des Emissionshandelssystems in Deutschland entlarvt. Dafür kann und sollte den Autoren sehr gedankt werden. Sie zeigen, dass ThyssenKrupp, die Salzgitter-AG, der Zementhersteller Lhoist, BASF und andere große Unternehmen der Stahl-, Zement-, und Chemieindustrie mit dem Emissionshandel „ein Millionending drehen“.
Allein die zehn größten Profiteure des Emissionshandels verfügen über 60,2 Millionen überschüssige Emissionszertifikate. Das entspricht fast der Menge an Treibhausgasen, die Schweden jährlich ausstößt.Read more
WEO 2011 sieht 3,5 Grad als maximal Erreichbares
„Ohne einen entschiedenen Richtungswechsel in der Energiepolitik ist die Welt auf dem Weg in ein unsicheres, ineffizientes und kohlenstoffreiches Energiesystem.“ Das wurde bei der Präsentation der jüngsten Ausgabe des World Energy Outlook (WEO) der Internationale Energieagentur (IEA) am 11. November erneut klargestellt. Der Welt-Energie-Ausblick beweist, „dass die Handlungsspielräume immer kleiner werden“.
IEA Chefökonom Fatih Birol erklärte: “Die Regierungen müssen stärkere Anreize für Investitionen in effiziente, kohlenstoffarme Technologien geben. Das Reaktorunglück von Fukushima, die politischen Unruhen im Nahen Osten und in Nordafrika sowie der stark gestiegene Energiebedarf im Jahr 2010 zeigen, vor welch drängenden Herausforderungen wir stehen.”Read more
Nachgereichte Rezension
Die Rezension fiel einem Nachruf zum Opfer ...
Frank Adler, Ulrich Schachtschneider, Green New Deal, Suffizienz oder Ökosozialismus, Konzepte für gesellschaftliche Wege aus der Ökokrise, 978-3-86581-213-1, 2010 oekom, München, 318 Seiten, 24,90 Euro.
Die Namen der Autoren versprechen eine gewinnende Lektüre: Dr. Frank Adler, Verfasser sehr lesenswerter Beiträge zur Industriesoziologie in der DDR, zum sozialen Wandel und zu sozialer Ungleichheit in Ostdeutschland und Ulrich Schachtschneider, der mit mehreren Publikationen zur Nachhaltigkeitsproblematik Aufmerksamkeit erregte.
Das Buch wird den hohen Erwartungen voll gerecht: es ist eine außergewöhnliche Arbeit – vom Anliegen und den Zielen, vom Herangehen, von den Darlegungen, der Sorgfalt und der Qualität her.Read more
"Ja, aber!"– zum ISM-Diskussionspapier
Selbstverständlich verdient der Text „Sozialökologischer Gesellschaftsumbau auf dem Weg in eine Solidarische Moderne“ das Interesse all jener, denen an Projekten gelegen ist, die emanzipative gesellschaftsverändernde Bündnisse befördern. Mehr noch: Er sollte als Diskussionsangebot so angenommen und gehandhabt werden, dass die „Allianz“ für eine „andere Gesellschaft: eine Solidarische Moderne“ (S. 2) auch zustande kommen kann. Das schließt Kritik nicht aus, im Gegenteil: solidarische Kritik und Vorschläge sind vonnöten und entsprechende Aufgeschlossenheit bei den Verfasser/innen kann sicher vorausgesetzt werden.Read more
Green New Deal und Pleitegeier
"Green New Deal in Zeiten knapper Kassen“ war der Titel einer gemeinsamen Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung und des Unternehmerverbands „Unternehmensgrün“ am letzten Sonnabend. Das Programm und die angekündigten Redner/innen versprachen nicht nur Kurzweiligkeit, sondern Einsichten über Strategien einer Partei mit Regierungsambitionen, die im Aufwind ist . Ihre Lenker scheinen eigene inhaltliche Defizite abbauen zu wollen und über die Probleme einer Regierungsübernahme in unkalkulierbaren Krisenzeiten im Klaren zu sein. Insbesondere wollen sie der Tatsache Rechnung tragen, dass 53% ihrer Wähler/innen unter 53 Jahre alt sind, eher an Bildungsausgaben als an Rentenzahlungen interessiert sind, vielfach unternehmerisch tätig sind bzw. sein werden.
Den theoretischen Auftakt gab Uwe Wagschal von der Universität Freiburg, der mit alten Zahlen argumentierte und für eine Reichen- und Finanztransaktionssteuer warb. Allerdings warnte er auch, Gysi und Lafontaine „auf dem Leim“ zu gehen, die gegen „kaputtsparen“ mobilisieren. Laut Wagschal könne man sich durchaus in notwendiges Wirtschaftswachstum sparen. Read more
EuroMemo Group, Vienna 2011
Die nunmehr 17. Jahrestagung der Europäischen Arbeitsgruppe alternativer Wirtschaftswissenschaftler/innen (vom 16. bis 18.9.2011 in Wien) versprach schon Monate vorher besonders interessant zu werden – zum einen wegen der anhaltenden bzw. fortschreitenden Krisen, zum anderen wegen der hohen gesellschaftspolitischen Aktivität von prominenten Mitwirkenden und des gewachsenen öffentlichen Interesses an der EuroMemo Group. Die eingereichten mehr als 40 Arbeitspapiere und das breite Spektrum der behandelten Fragen begründeten fünf Workshops: a) Sparpolitiken, b) die Zukunft des Euroraumes, c) die EU und die Welt, d) Energie, Klimawandel und Nachhaltigkeit, nach Fukushima, e) die Wurzeln und die Krise der europäischen Integration.
Allein das war ein Rekord. Jörg Huffschmid hätte sich gefreut, seine langjährige Lebensgefährtin Babara freute sich vor Ort.Read more
Understanding Sustainability Economics
Vom 28. - 30.10. veranstalten wir den 5. Internationalen Workshop in der Reihe „Ist eine andere Wirtschaft möglich?“. „'Understanding Sustainability Economics. Towards Pluralism in Economics' – Wirtschaftswissenschaften für nachhaltige Entwicklung" ist sein Titel. Diskussionsgrundlage ist das genannte Buch des schwedischen Wirtschaftswissenschaftlers Peter Söderbaum, mit dem wir gemeinsam den Workshop vorbereiten. Neben ihm reisen Judy Brown, Malgorzata Dereniowska, Ali Douai, Josefine Fischer, Ewa Kras, Begüm Ozkaynak, Irina Shmeleva, Stanislaw Shmelev, Leo Seserko, Leif Bratt, John E. Readon aus den USA, aus Kanada, Neuseeland, Schweden, Russland, Polen, Slowenien, Frankreich und aus der Türkei an. Siehe auch http://sustainability-economics.blog.rosalux.de .
Wir stellen hier als "Appetizer" die Power Point Presentation von Peter Söderbaum Soederbaum2011 ein.
Öffentliche EU-Konsultation - Take Action und PowerShift
Die Europäische Kommission arbeitet an einer neuen Mitteilung zu Handel und Entwicklung und führt dazu noch bis zum 21.8.2011 eine öffentliche Konsultation durch. Dabei geht es auch und insbesondere um die Frage, wie künftig der Handel mit Rohstoffen gestaltet werden soll. WEED und Oxfam Deutschland rufen zu einer E-Mail-Aktion auf, um im Rahmen dieser Konsultation konkrete Forderungen zur Handels- und Rohstoffpolitik zu stellen. Als gutes „Hintergrundmaterial“ für die Aktion bietet sich die jüngste Broschüre von PowerShift „Oben Hui, Unten Pfui? Rohstoffe für die ‚grüne‘ Wirtschaft. Bedarfe – Probleme – Handlungsoptionen für Wirtschaft, Politik&Zivilgesellschaft“ von Jutta Blume, Nika Greger und Wolfgang Pomrehn an.Read more
Bewusstsein, wandle Dich ...
Die „Stiftung kulturelle Erneuerung“ mit dem Namen „Denkwerk Zukunft“ hat Anfang August ein Memorandum „Für einen Bewusstseinswandel von der Konsum- zur Wohlstandskultur“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Als Verfasser/in gelten Meinhard Miegel, Stefanie Wahl und Martin Schulte. Sie danken auch Partner/innen der RLS für ihre Mitwirkung.
Das Memorandum stützt sich insbesondere auf das Gutachten 2011 des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung für Globale Umweltfragen (WBGU) und folgt auch dessen Logik: auf hohem abstrakten Niveau werden Imperative verkündet, Read more
Herr Wu und das Wasser
Unter Linken, die Partei DIE LINKE eingeschlossen, hält sich noch immer die Vorstellung, vor allem sozialen Kämpfen und weit weniger einer sozialökologischen Zeitenwende verpfichtet zu sein. Befragt dazu hätte B.B. vielleicht geantwortet: Herr Wu war Korbflechter. Seine Körbe wurden von vielen Dorfbewohnern geschätzt. Bei seinen Kunden war er ein geachteter Mann. Dann aber suchte eine ungewöhnlich heftige Regenzeit das Land heim. Und es war zu hören, die Flut werde in Zukunft noch schlimmer kommen. Das Dorf musste durch Dämme geschützt werden. Herrn Wus Nachbarn nahmen ihre Schaufeln und machten sich an die Arbeit. Herr Wu sagte, er sei für Körbe zuständig, nicht für den Schutz vor den Naturgewalten. Herr Wu wurde bald nicht mehr geachtet. Er hatte nicht verstanden, dass das Überleben wichtiger als seine Körbe wurde. Vielleicht hätte er mit den Körben Sand herbei schaffen sollen. (Bild via buddhasit)


