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Mit den Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2018 schien die Richtung der Entwicklung Russlands für die nächsten Jahre festzustehen. Bei näherer Betrachtung war dies schon zu diesem Zeitpunkt eine fragliche Einschätzung. Die Zweifel an der Stabilität der Verhältnisse wurden mit der Regierungsbildung und mit der Rentenreform bestätigt. Die Proteste gegen die Rentenreform mögen aus westeuropäischer Sicht bescheiden scheinen, aus russischem Blickwinkel deuteten sie einen Wandel im Verhältnis der Bevölkerung zu Regierung und Oberschicht an. Auch die Konflikte um die geregelte Entsorgung des Mülls, vor allem der Großstädte, sind ungelöst. Schließlich sinken die Realeinkommen der Bevölkerung nun das fünfte Jahr in Folge. Sowohl die Regierung als auch der Präsident verlieren an Ansehen.

Im Zuge der Governeurswahlen im Herbst 2018 und in den letzten Wochen im Zusammenhang mit den Verhandlungen zwischen Russland und Japan zu einem möglichen Friedensvertrag, der evtl. die Übergabe der Kurilen an Japan einschließen könnte, haben sich diese Tendenzen verstärkt. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts LEVADA zeigt, dass 53 Prozent der Befragten sich für den Rücktritt der Regierung aussprechen. Die Kritik ist umfassend: Steigende Preise und sinkende Einkommen, Arbeitslosigkeit, soziale Verunsicherung, Ignoranz gegenüber den Interessen der Mehrheit, verfehlte (»undurchdachte«) Wirtschaftspolitik, Orientierung an den Interessen der Geschäftswelt und fehlende Professionalität sind die wesentlichen Kritikpunkte. Eine Mehrheit stimmt entweder der Aussage zu, dass der Staat zwar einiges für die BürgerInnen leiste, aber mehr gefordert werden könne, oder dass der Staat so wenig tue, dass die BürgerInnen ihm nichts schuldeten. Gleichzeitig steige die Bereitschaft, sich politisch zu engagieren.

In Analysen wird davon ausgehend von einem wachsenden Unwillen gegenüber dem »Politikstil« gesprochen. Und dieser Unwillen äußert sich in Russland wie ja auch in der Bundesrepublik oder Frankreich in politisch unterschiedlicher Weise. Die Proteste gegen die Rentenreform zeigten, dass die Zeit für eine soziale Massenbewegung trotz der Unzufriedenheit noch nicht reif ist. Sie können das politische System in Frage stellen, bleiben allerdings vorerst ohne genaue Richtung. Die im Parlament präsente KPRF als zahlenmäßig größte linke Organisation ist eng mit den bestehenden Strukturen verbunden, verfügt gleichzeitig über einen starken stalinistischen Flügel, radikalere Organisationen, wie der Levy Blok (Linker Block leftblock.org) oder die Levyj Front (Linke Front www.leftfront.org/) bilden verschwindende, wenn auch aktive und verschiedensten Repressionen ausgesetzte Minderheiten in der russischen Gesellschaft. Diese Diffusität des politischen Raumes erklärt wahrscheinlich, warum die Möglichkeit, dass die beiden südlichen Inseln der Kurilen im Zuge der Friedensverhandlungen an Japan fallen könnten, bei verschiedenen linken Organisationen Proteste hervorgerufen hat. Da sich in dieser Region soziale Probleme (vor allem der Beschäftigten in einigen Wirtschaftsbereichen an der russischen Pazifikküste) und nationalistische Tendenzen überschneiden ist zu erwarten, dass sich daraus wieder scharfe innerlinke Debatten entwickeln werden. Letzteres vor allem, weil z.B. auf einer Protestveranstaltung am 20. Januar in Moskau das Spektrum der RednerInnen von Monarchisten bis sich radikal betrachtenden Kommunisten reichte. Auf einer »Beratung« der Duma-Fraktion vor der japanischen Botschaft am 22.01. tauchten auch Stalin-Bilder auf…

Fragen des Nationalen und des Regionalen bestimmen in Russland immer wieder die politische Agenda. In der Wahrnehmung vieler BeobachterInnen überwiegen die nationalistischen Tendenzen. In den russischen Regionen gibt es allerdings auch immer wieder Versuche, wenigstens ansatzweise sozialstaatliche Prinzipien in der Politik durchzusetzen, die Räume für weitergehende Alternativen schaffen. Die Zeitschrift »Levaja Politika« untersucht in mehreren Beiträgen die Situation in Sibirien. Die Region ist reich an Rohstoffen und ist trotzdem mit tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Problemen konfrontiert. Die klimatischen und geographischen Bedingungen lassen die sozialen Probleme hier deutlicher werden als anderswo.

Einer dieser Versuche ist Gegenstand einer Analyse von Anna Očkina in der Ausgabe 3/2018 Zeitschrift Levaja Politika. Die Autorin berichtet von einem Projekt im Oblast Irkutsk. Die Stadt Irkutsk ist bereits lange ein industrielles und kulturelles Zentrum im Süden Sibiriens, in der Nähe des Baikal-Sees. Mit der Wahl von Sergej Levčenko (KPRF) zum Gouverneur eröffnete sich die Möglichkeit, bei der Lösung der anstehenden Probleme neue Wege zu gehen. Die Autorin bezeichnet das Projekt als „Staat in Entwicklung“. Es gehe darum, durch eine regionale Entwicklungspolitik unter Nutzung planerischer Ansätze gegen den vorherrschenden Trend des oligarchischen Kapitalismus in Russland anzugehen. Die Überwindung der Rohstoffabhängigkeit ist dabei der Ansatzpunkt. Die Strategie beruht auf der Idee einer staatlichen Planung der sozialökonomischen Entwicklung, staatlicher Stimulierung der Wirtschaft, einer prioritären Behandlung sozialer Fragen, der Durchsetzung von politischem Pluralismus sowie der Gewährleistung von bürgerlichen und politischen Freiheiten. Im Frühjahr soll speziell zur Frage der Rolle der »Zivilgesellschaft« in einer solchen Strategie in Irkutsk eine Konferenz stattfinden.

Man wird bemerken, dass dieses Projekt „von oben“ vorangetrieben wird. Die Struktur der russischen Eliten, nicht der Unwillen der Bevölkerung bestimmt momentan die Richtung der Entwicklung. In der gleichen Ausgabe von »Levaja Politika« analysieren Anton Arutjunov, Olga Borisova und Julia Charitonova die Eigenheiten der russischen Eliten. Vor dem Hintergrund einer Vielzahl kleiner Parteien, die meist nicht sehr stabil seien, konzentrieren sie sich auf die Veränderungen der Stellung einzelner Personen im politischen System seit 2002. Sie konstatieren, dass man vor allem von einer »horizontalen Mobilität« sprechen könne, weniger von einer »vertikalen«. Kurz gesagt – wer sich auf einer Hierarchiestufe befindet, bewegte sich auf dieser Stufe in den letzten Jahren (z.B. von der Politik in die Wirtschaft oder umgekehrt), stieg aber kaum auf.

Die Ausgabe 3/2018 der Zeitschrift »Voprosy Političeskoj Ėkonomii« (Fragen der politischen Ökonomie) bietet neben einigen Beiträgen, die sich mit der Aktualität des marxschen Schaffens befassen solche, die ebenfalls Fragen der Regionalentwicklung und des politischen Systems in Russland zum Gegenstand haben.

In einem Essay entwickeln D.B. Jabborov und G.A. Maslov, Mitarbeiter des von dem russländischen Marxisten A. Buzgalin geleiteten Zentrums für marxistische Forschungen an der Moskauer Universität (www.marxiststudies.ru), ihre Sicht auf den »modernen ausländischen Marxismus« und stellen in diesem Zusammenhang die »Sterne« des Marxismus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor, die sie als Grundlagen des postsowjetischen Marxismus betrachten. Dazu gehören E. Mandel, P. Baran, P. Sweezy, I. Meszaros, D. Harvey, B. Ollmann u.a. Der Beitrag gibt auf diese Weise einen guten Einblick in das Selbstverständnis dieser Richtung des Denkens in marxscher Tradition.

A.N. Sabitbinovič befasst sich in seinem Beitrag mit einer Region, die nach seinen Worten die am wenigsten erforschte Russlands ist – Dagestan. Thema sind die »Besonderheiten der Modernisierung der Wirtschaft polyethnischer Regionen«. Der Autor beschreibt die katastrophalen Folgen der Reformen Anfang der 1990er Jahre und betont die damit im Zusammenhang stehende Ethnisierung sozialer und politischer Widersprüche. Dagestan gehört zu den Regionen mit der höchsten Arbeitslosigkeit, hoher Kindersterblichkeit, terroristischen Aktivitäten und enormem Bedarf an Zuwendungen aus dem Haushalt der Föderation. Als Besonderheiten werden die ethnische Vielfalt, das Nebeneinanderbestehen verschiedener Rechtssysteme sowie die Dominanz nichtökonomischer Formen und Methoden der Regulierung gesellschaftlicher Beziehungen hervorgehoben. Zu Letzteren gehören die traditionelle Arbeitsteilung nach Geschlecht und Alter sowie die Bedeutung der familiären Beziehungen. Ausgehend von den marxschen Überlegungen zur Dialektik von Produktionsverhältnissen und Produktivkräften diskutiert der Autor notwendige Schritte der weiteren Entwicklung der Region im Sinne einer »nationalen Wirtschaftsmodells«. Abschließend kommt er auf die außerordentlich große Bedeutung der Lösung der »nationalen Fragen« in der Region zurück: Notwendig sei die Schaffung eines »Staatsrates«, in dem alle Völkerschaften der Region vertreten sind und wo die im Zuge der zu erwartenden Modernisierungsprozesse auftretenden (neuen) Interessenwidersprüche und Konflikte gelöst werden könnten.

»Klio«, die Website einer Vereinigung linker HistorikerInnen und GesellschaftswissenschaftlerInnen erinnert uns daran, dass das Ende des 1. Weltkrieges und die Revolution in Deutschland 1918 nicht das Ende des Krieges in Russland bedeutete. Die Verflechtung von Konterrevolution, Bürgerkrieg und ausländischer Intervention sollte die Entwicklung des Sozialismus im 20. Jahrhundert nachhaltig prägen. Weitere Themen sind der Geburtstag W.I. Lenins, die Geschichte der deutschen Revolution 1918/1919, die ältere Geschichte Russlands und vieles andere mehr. Auch wenn man sich den zur Verfügung gestellten Materialien (darunter eine Vielzahl von Büchern aus sowjetischen Zeiten als pdf) kritisch nähern sollte, ist das Portal eine Fundgrube zu Quellen zur sowjetischen und russländischen Geschichte.

Call for papers für PROKLA Nummer 196 (Heft 3, September 2019). Deadline für Exposés 11. Februar 2019.

Der europäischen Sozialdemokratie droht im Mai 2019 bei den Europawahlen ein Fiasko. Es wird nicht das erste sein und die schlechten Umfragen sind nicht nur eine kurzfristige Erscheinung, sondern Ausdruck eines langjährigen Niedergangs der Sozialdemokratie in Europa. Aktuell ist die europäische Sozialdemokratie nur noch in wenigen Regierungen mit MinisterInnen vertreten. In einigen Ländern, insbesondere in der ost- und südeuropäischen Peripherie, sind sozialdemokratische Parteien nicht mehr existent oder so stark dezimiert, dass sie im politischen Prozess keine merkliche Rolle mehr spielen.

Die goldenen Jahre sozialdemokratischer Wahlerfolge liegen etwa 20 Jahre zurück. Mit dem Sieg von Gerhard Schröder bei den Bundestagswahlen 1998 war Deutschland in den 1990er Jahren das letzte große europäische Land, das eine sozialdemokratische Regierung bekam. Bereits 1996 und 1997 regierten in Frankreich, Italien und Großbritannien sozialdemokratische Parteien und ein sozialdemokratischer Siegeszug kündigte sich in der EU an. Ende der 1990er Jahre waren insgesamt dreizehn von fünfzehn EU-Mitgliedsstaaten sozialdemokratisch regiert. Auch viele Linke erhofften sich nach den Jahren neoliberaler Angriffe auf den Sozialstaat eine Wiederherstellung wohlfahrtsstaatlicher Institutionen und eine sozialpolitische Erneuerung der europäischen Integration. Die Einführung der Europäischen Beschäftigungsstrategie oder die engere makroökonomische Koordinierung fallen in diese Zeit sozialdemokratischer Dominanz, die jedoch bereits Anfang der 2000er Jahre zu bröckeln begann. Weiterlesen

„Ich denke, um wirklich global und erfolgreich zu sein, muss sie, wie Marx es vorhersah, im höchstentwickelten Industrieland der Welt auftreten […].

Einer Sache bin ich mir absolut sicher, dass, wenn Sie nicht jetzt dafür arbeiten, sie nicht in 75 Jahren, nicht in 100 Jahren kommen wird, sie vielleicht überhaupt nicht kommen wird“

(Marcuse, 1974/2017: Kapitalismus und Opposition, S. 76).

Neben den zu Lebzeiten publizierten Werken hat uns Marcuse für eine Fortsetzung von Gesellschaftskritik sowie Analyse sozialer Bewegungen Vorträge, Manuskripte, Briefe und andere Materialien hinterlassen. Peter-Erwin Jansen hat einiges davon im Verlag zu Klampen herausgegeben. Anlässlich des 40. Todestages Marcuses laden wir nach Hannover ein, um bei einem Vortrag, vier Panels und einem Podium zu klären, welche Relevanz die darin behandelten Themen für uns heute haben können. Neben den fest stehenden Referent*innen – Prof. Dr. Ingrid Gilcher-Holtey, Prof. Dr. Rolf Pohl, Dr. des Roger Behrens, Maria Tsenekidou – wünschen wir uns weitere Beitragende, ob Akademiker*innen und/oder Aktivist*innen.

Wir freuen uns über Bewerbungen für die folgenden Panel, die wir an den Nachgelassenen Schriften ausgerichtet haben, die sich daher auch gerne im Inhalt wiederfinden können:

1. Kunst und Befreiung (vgl. Nachgelassene Schriften Band 2)

2. Philosophie und Psychoanalyse (vgl. Nachgelassene Schriften Band 3)

3. Die Studentenbewegung und ihre Folgen (vgl. Nachgelassene Schriften Band 4)

4. Ökologie und Gesellschaftskritik (vgl. Nachgelassene Schriften Band 6, hier möchten wir uns insbesondere auf das Themengebiet Technik/Technologie fokussieren)

5. Abschlusspanel zum Thema „Erneuter Versuch über die Befreiung – Herbert Marcuse und soziale Bewegungen heute“

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Der Tagungsband

Vor einem Jahr fand im Rahmen der Projekte des Instituts für Philosophie der Vietnamesischen Akademie für Gesellschaftswissenschaften (VASS) aus Anlass der Marx-Jubiläen in Buon MeThuot eine erste Konferenz zur Rolle der sozialen Gerechtigkeit im Werk von Karls Marx statt. Sie stand unter dem Titel „Karl Marx‘ Ideen zur Verteilungsgerechtigkeit und ihre Relevanz für die Gegenwart“ und wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung unterstützt. Für die diesjährige Konferenz, unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, wählten die VeranstalterInnen einen fast gleichlaufenden Titel: „Karl Marx zum Verhältnis von sozialer Gerechtigkeit und Demokratie und eines Bedeutung für die Gegenwart“. Tatsächlich waren es dann aber doch zwei verschiedene Veranstaltungen, die aufeinander aufbauten und sich ergänzten. Unter verschiedenen Blickwinkeln wurde versucht, die Widersprüche der vietnamesischen Gesellschaft zu verstehen und darauf aufbauend nachhaltige Lösungen zu finden. Der Gini Index als Maß der Ungleichheit für Vietnam liegt nach Angaben für das Jahr 2014 bei 34,8; das scheint günstig. Allerdings wurde vermerkt, dass dies kein realistisches Bild sei, Schattenwirtschaft und Korruption würden Umverteilungsprozesse in Gang setzen, die kaum sichtbar werden. Continue Reading »

An der Moskauer Uni wurde unlängst ein Zentrum für marxistische Studien eröffnet

Der russische Marxismus ist in den westeuropäischen Diskussionen nicht gerade eine Referenz. Das hängt nicht nur mit Sprachschwierigkeiten und mehr oder weniger jahrzehntelang gepflegten Vorurteilen zusammen. Der Marxismus in den zwei Russlands (das eine bis 1917, das andere ab 1991) und in der Sowjetunion hat seinen eigenen Weg genommen, der sich auch in unterschiedlichen „Sprachen“ niederschlägt. Umgekehrt – die Fassung des Marxismus, mit der man im Westen groß wird, ist oft nicht geeignet, die Realität Russlands bzw. die Geschichte der Sowjetunion zu fassen.

Dabei liegen die Probleme, mit den sich die verschiedenen marxistischen Strömungen auseinanderzusetzen haben, gar nicht so weit auseinander: Sozialabbau, Privatisierung, politische Repression, Diskriminierungen, Beteiligung an militärischen Interventionen in den „Interessengebieten“ und anhaltende Kriegsgefahr fordern hier wie dort dazu heraus, die unterschiedlichen Gesellschaften aus marxscher Sicht einer Kritik zu unterziehen und davon ausgehend Organisationsformen für linke Bewegungen zu finden. Akteure und Subjekte der Gesellschaftsveränderung sind hier wie dort in theoretischer wie praktischer Hinsicht offene Probleme.

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Marx brachte die Gesellschaft und ihre Geschichte wieder in den Fokus der Philosophie. Seine Nachfolgenden griffen Aspekte der neuen Sicht auf, wir diskutieren, was davon aktuell noch Bestand haben kann. Wo ist die wirksame und sinnvolle Weiterentwicklung der kritischen Gesellschaftsanalyse. Wo sind die Bausteine dazu und wer hat sie? Orientierung und Antrieb für das Geschäft der dringend erforderlichen Transformation. Grenzüberschreitungen von Marx zu Bloch, Benjamin, Korsch, Kofler und Lukács sollen die Weiterungen und Erweiterungen in der Philosophie in Folge und Nachfolge von Karl Marx anläßlich des Marx-Jubiläums aufzeigen. Hierbei geht es nicht um die »richtige« Marx-Auslegung, sondern darum, den Theoriefundus für die heutige Situation fruchtbar zu machen. Linker Aktivismus benötigt dringend die theoretische Auffrischung und Revitalisierung der utopischen wie der praktischen Erkenntnis. Wir benötigen eine progressive Perspektive. Die Philosophie Ernst Blochs bietet eine fundierte Ausgangsplattform für das erforderliche »offene« Denken, gerade auch überkommener linker Inhalte. Die Gegenüberstellung theoretischer Bemühungen von Mitstreitern- und -denkern soll hierbei die Blickwinkel weiten und  mehr Präzision für die Diskussion ermöglichen.

Termin: 2.-4. November 2018 in Hamburg

Das vollständige Programm ist hier zu finden. Anmeldung bei: Doris Zeilinger (doris.zeilinger(ädd)@gmx.de)

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Die Haushaltsausgaben der ca. 89.000 Bürger/innen von Dunkerque und der etwa 110.000 Einwohner/innen im Nahbereich der Stadt erfahren eine „September-Revolution“, denn bisher folgte hier „Mobilität“ auf Platz 2 den Lebens- und Genussmitteln. Damit ist jetzt Schluss: seit dem 1.9.2018 gilt der Nulltarif im ÖPNV mehr

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Fortschritt und Befreiung, möglich, nötig, utopisch und zu realisieren nur über den immer wieder zu diskutierenden und zu praktizierenden Versuch: Zwei Bücher sind es mir in diesem Zusammenhang wert, gegeneinander gehalten zu werden, da sie sich in einer wissenschaftlichen, d.h. auf Nachvollziehbarkeit gegründeten, transformativen Utopiedebatte hervorragend ergänzen:

Simon Sutterlütti/Stefan Meretz: Kapitalismus aufheben. Ein Einladung, über Utopie und Transformation neu nachzudenken, Reihe Beiträge zur kritischen Transformationsforschung Bd. 5, VSA: Hamburg 2018.

Dietmar Dath/Barbara Kirchner: Der Implex. Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee, Suhrkamp: Frankfurt am Main 2012.

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Trotz der Fußballweltmeisterschaft läuft die Kampagne gegen die in Russland geplante Erhöhung des Renteneintrittsalters weiter. Das nun in die Duma eingebrachte Gesetz sieht vor, im Zeitraum von 2019 bis 2028 das Rentenalter für Männer von jetzt 60 auf 65 Jahre, für Frauen zwischen 2019 und 2034 von 55 auf 63 Jahre schrittweise zu erhöhen. Das ist angesichts der Dimension recht schnell. Zum Vergleich: die Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre in Deutschland erfolgt über einen Zeitraum von 2012 bis 2029. Die Argumentation der Regierung ist allbekannt: die demographischen Verschiebungen und die steigende Lebenserwartung überforderten den Haushalt und die Steigerung der Einkommen würde dazu führen, dass keine Probleme entstünden. Gleichzeitig sei eine dauerhafte Senkung der Sozialabgaben nötig – um das Investitionsklima zu verbessern. Continue Reading »

Seit 1981 erscheint zweimal jährlich in der Schweiz die Zeitschrift WIDERSPRUCH als unabhängige sozialistische Theoriezeitschrift. Im letzten Jahr hat die ETH-Bibliothek in Zürich alle Ausgaben digitalisiert. Nun sind 37 Jahre linke Debatte online frei zugänglich – das sind über 13.000 Seiten.

Das Archiv ist über e-periodica.ch abrufbar: www.e-periodica.ch/digbib/volumes?UID=wis-001
Volltextsuche zu einzelnen Artikeln: www.widerspruch.ch/archiv
Wir wünschen viel Spass beim digitalen Stöbern und Lesen!

Das aktuelle Heft ist die Nummer 71. Deren Schwerpunkt ist Souveränität, Föderalismus und Autonomie. Themen sind u.a. Schweizer Föderalismus; Selbstermächtigung von Frauen; Migration und politische Partizipation; Bildungsfödera­ lismus; Munizipalismus; Volkssouveränität; Autonomie­ bestrebungen in Schottland, Nordirland, Katalonien und Rojava; Demokratischer Konföderalismus; Lokalpolitik.

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Mit der Formierung der neuen Regierung nach den Präsidentschaftswahlen und den ersten Projekten dieser Regierung sind interessante Weichenstellungen erfolgt. Zwischen der von den Medien aufmerksam verfolgten Regierungsbildung und den sich jetzt anbahnenden Protesten gegen die Erhöhung des Rentenalters besteht ein Zusammenhang, der bei deren Bewertung in Rechnung gestellt werden sollte. Continue Reading »

Karl Marx – „vor allem Revolutionär“: Texte zum 200. Geburtstag und ein Brief an Karl Marx,
geschrieben gemeinsam mit Judith Dellheim, Lutz Brangsch und Dieter Klein

Inhalt
  • Ein Brief an Karl Marx
  • „Sein gesamtes Denken war auf politische Praxis angelegt“
  • Fragen aus dem Nebelland der Zukunft
  • Die dritte Welle des Sozialismus
  • Das „Kapital“ als materialistisch-dialektische Zukunftswissenschaft
  • zu praktischen Zwecken
  • Die Bildungselemente einer neuen Gesellschaft in Marx’ „Kapital“
  • Marx und Engels im Gespräch mit Robert Owen und den Oweniten

 

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Dieses Diskussionsangebot ist aus einem Gedankenaustausch unter Lutz Brangsch, Michael Brie, Judith Dellheim, Frieder Otto Wolf und Gabi Zimmer hervorgegangen.

Es diente der Vorbereitung auf den Workshop “Mit Marx sozialistische Strategien entwickeln” im Rahmen der Konferenz MARX200.

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Am 2. Juni feiert der Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Marburg die 50. Wiederkehr seiner Gründung. Das Programm findet sich hier.

Aus diesem Anlass erscheint auch eine kleine Publikation.
BdWi: Gegen den Strom schwimmen – 50 Jahre BdWi. Festschrift zum 50. Geburtstag des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Mai 2018, ISBN 978-3-939864-24-0, 84 Seiten, Preis: 10 Euro).
Die Autor*innen der rund 15 Beiträge und mehrerer persönlicher Porträts sind (oder waren) als Beteiligte aus verschiedenen Generationen dem BdWi eng verbunden. Als Zeitzeug*innen schildern sie die erlebten Kämpfe und Auseinandersetzungen – für Hochschulreformen und gegen Berufsverbote, für Frieden und Abrüstung und gegen geschlechterspezifische Diskriminierung, für einen freien Studienzugang für alle und gegen den neoliberalen Umbau der Hochschulen. 50 Jahre BdWi beinhalten einen umfangreichen Schatz an politischen Erfahrungen und Erkenntnissen, die es zu bewahren lohnt. Dazu soll dieser Sammelband beitragen.
Mit Beiträgen von: Dieter Boris, Torsten Bultmann, Herbert Claas, Georg Fülberth, Daniel Gaittet, Gudrun Hentges, Klemens Himpele, Steffen Käthner, Sabine Kiel, Reinhard Kühnl, Morus Markard, Gisela Notz, Peer Pasternack, Lothar Peter, Rainer Rilling, Paul Schäfer, Sonja Staack, Mareike Strauß, Gerd Wiegel, Frieder Otto Wolf.

Bestellungen: www.bdwi.de/verlag/bestellen/index.html

Dass in jüngster Zeit soziale Bewegungen und NGO vielfältige Aktivitäten in Sachen Finanzen (vor allem Schulden und Regulierung der Finanzmärkte), öffentlich-private Partnerschaften und Infrastrukturinvestitionen starteten, hat folgenden Grund: 10 Jahre nach dem Ausbruch der globalen Finanzkrise werden deren Ursachen noch immer nicht konsequent bekämpft und vielfach sogar neu befördert. more

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