Feed on
Posts
Comments

Hinter dieser mystisch anmutenden Überschrift verbergen sich zwei Strategie-Diskussionen im IfG. Einige wenige Bemerkungen sollen Streitfragen unseres Austausches vom 4.7. reflektieren und die allgemein große Lust auf die bevorstehende Fortsetzung noch steigern. Anfang Juli ging es zunächst um den Begriff „Strategie“ und die Notwendigkeit, ihn zu definieren. Continue Reading »

Tags: , , ,

Inspiriert

… sah sich Detlef Georgia Schulze von Étienne Balibars Rosa Luxemburg Lecture und hat eine inspirierende Erwiderung geschrieben, die hier sehr gerne eingestellt wird. Dazu drei kleine Anmerkungen: auf S. 7 steht zwischen zwei politisch-praktischen Orientierungen ein „oder“, das durch ein „und“ ersetzt werden sollte (1). „Kollektive Selbstbestimmung“ (S. 10) muss nicht bedeuten, dass alle Kollektivmitglieder selbstbestimmt handeln können. Continue Reading »

Tags: , ,

Die “Auswertung einer Konferenz” steht an und Dateien, Notizen, Mails werden bewegt. Vielleicht ist es das Einfachste, mit drei Fragen, zu denen Thomas Sablowski in einem ersten Beitrag nach der Konferenz produktiv provoziert, zu beginnen. Thomas thematisiert “ … die schwere Niederlage, die die europäischen Linke im vergangenen Jahr in Griechenland erlitten hat”. Dazu darf gefragt werden: Continue Reading »

Tags: , ,

220px-Étienne_BalibarDie Erklärung der deutschen Bundeskanzlerin zur Brexit-Problematik von vorgestern war gemessen am status quo konsistent und vernünftig: sie bezog sich auf Tatsachen und Verträge, auf anstehende Verhandlungen und Verfahren, auf objektive Fragen und Herausforderungen. Im deutlichen Unterschied zum EP-Präsidenten Schulz, der verbal „mehr Europa“ als Antwort auf den Brexit forderte, sprach sie vom „erfolgreichen Europa“, das seine Versprechen endlich hält und einlöst und gemeinsame Probleme gemeinsam löst. Allerdings Continue Reading »

Tags: , ,

Offener Brief an Cameron, Hollande, Merkel und Renzi zur kritischen Lage Griechenlands vor dem Treffen der EUROGROUP am 9.5.2016

Dass die „Griechenland-Rettung“ oder die „Griechenland-Hilfen“ die griechische Bevölkerung in die Verarmung und den Ruin getrieben, die sozialen und ökonomischen Probleme weiter zugespitzt haben, wird selbst von Hardlinern eingestanden. Das haben dieser Tage das White Paper des Berliner ESMT1 und das „Handelsblatt“ vom 4. Mai erneut belegt. Continue Reading »

Tags: ,

greece-892579_640

Blöde Illustration, via pixabay

Die Wahrheit ist die Wahrheit. Lustig ist: als abgeleitete (theoretisch erworbene) gilt sie nichts, als ausgerechnete (empirisch, beim Zuschauen erworbene) gilt sie alles. Beispiel: der Verbleib der sogenannten Griechenland-Rettungs-Milliarden. Jetzt hat die European School of Management and Technology (ESMT) mal Beobachtungsergebnisse zusammengetragen und ausgerechnet, dass von 216 Milliarden Euro der ersten beiden Rettungspakete nur 9,7 Milliarden Euro und damit weniger als fünf Prozent im griechischen Haushalt gelandet sind. Weiterlesen

Tags: , , ,

Karl Polanyis Hauptwerk „The Great Transformation“ entfaltet auch 70 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung große Erklärungskraft für die heutigen multiplen Krisen des Kapitalismus. Die Folgen der Austeritätspolitik im EURO-Raum und anderswo bspw. gleichen denen des „goldenen Bandes“, des Goldstandards, mit dem die Länder des beginnenden 20. Jahrhunderts auf Gedeih und Verderb verknüpft waren.

Aber auch ein Bezug zur Klimakrise lässt sich herstellen: Polanyi schrieb nicht nur über die „fiktiven Güter“ Arbeit und Geld, sondern auch Land, worunter er alle Natur fasste. Dass diese der Preisbildung, Angebot und Nachfrage unterworfen würden, sah Polanyi als Ausgangspunkt eines selbstzerstörerischen Prozesses. Heute wird dieser im Klimawandel in einem Maße deutlich, das er nicht vorhersehen konnte. Seine Forderung: Die Ökonomie, deren Systemlogik sich über die gesamte Gesellschaft ausgebreitet habe, müsse in diese wieder eingebettet und die „fiktiven Güter“ dem Markt entzogen werden. Der in einer „doppelten Bewegung“ gegen die Liberalisierung gerichtete Protektionismus scheitere, wenn das nicht gelingt. Continue Reading »

Tags:

Mit diesen Zeilen verbinde ich die Erwartung, daß Linke aller Mitwirkungspositionen einer kernigen Politsatire nichts entgegen zu meckern haben, sich selbst daran von Herzen erfreuen können, nicht zum Lachen mit dem Knüppel gezwungen werden müssen und den Nutzen eines erheiternden, tiefgründigen und ernst gemeinten Denkanstoßes wohl zu wägen wissen.

Genau 23 Tage nach den Wahlen in den 3 Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt hat das ZDF am 05.04.2016 noch einmal im Rahmen einer beliebten Sendung dieses Wahlthema berührt; und zwar in der Sendung „Die Anstalt“ mit den vorzüglichen Kabarettisten Lisa Fitz, Max Uthoff, Claus von Wagner, Abdelkarim und Nils Heinrich. Als Rahmen der zur Aufführung gebrachten historisierenden Politsatire in mehreren Szenen dienten die Ereignisse um den legendären Robin Hood. Optisch auf Wald eingestimmt könnte man sagen, alles schön grün, aber vom Inhalt her gesehen doch mit viel rot im Hintergrund.

Ich habe mir die Sendung angeschaut und kann allen an geistvoller Ermunterung Interessierten nur empfehlen, vielleicht Versäumtes mit Hilfe der Mediathek wieder gut zu machen. Continue Reading »

Tags:

In dem im Dezember 2015 von Michael Brie erschienenen Artikel „Für eine linke Regierung in Deutschland“ 1 setzt er sich mit dem Problem auseinander, wie die Linke vor dem Hintergrund „einer seit 80 Jahren ungekannten Vielfachkrise“ des weltweiten Kapitalismus, zu der auch die bisher tiefste Krise der Europäischen Union gehört, aus einer Wahlalternative zu einer machtpolitischen Alternative werden kann.

Als der Artikel Ende 2015 erschien, gab es angesichts der sich verschärfenden Probleme und Zuspitzungen in unserer heutigen Gesellschaft, der sich ausweitenden kapitalismuskritischen Diskurse in der politischen Öffentlichkeit, aber auch angesichts des anhaltenden Unvermögens des gesamtem linken Lagers in Deutschland, größere politische Breitenwirkung zu erzielen, auch auf grund meiner eigenen Wahrnehmungen keinen Zweifel daran, daß Michael Brie zu Recht die Qualität der bisherigen politischen Arbeit der linken Kräfte in Deutschland in Frage stellte, und damit auch die gegenwärtige politische Wirksamkeit der Partei Die Linke. Continue Reading »

Hund, unterdrückt und ausgebeutet in Ost oder West? Bildquelle

Hund, 1984, an der innerdeutschen Grenze. Unterdrückt und ausgebeutet in Ost oder West? Ihm vielleicht egal. Bildquelle

Unter dem Titel „Der deutsch-deutsche Schäferhund – Ein Beitrag zur Gewaltgeschichte des Jahrhunderts der Extreme“ widmet sich eine junge Historikerin an der Uni Kassel mit einem Sammelbandartikel (ursprünglich hier, Seite 319-334) einem bisher straflich vernachlässigten Thema der DDR-Aufarbeitung:

Die Geschichte der deutsch-deutschen Teilung aus dem Blickwinkel des Schäferhundes zu betrachten, ist nicht selbstverständlich. Angesichts der Gewalterfahrungen, welche die kommunistische Ideologie in SBZ und DDR verursacht hat, erscheint der Blick auf die Tierwelt marginal. Die Einengung von Haus-, Nutz- und Zootieren in die SED-Ideologie wirkt nichtig angesichts der Ideologie des „Neuen Menschen“, mit der die SED ihre Bevölkerung umerziehen wollte. Doch die deutsche Teilung verursachte nicht nur menschliches Leid: Zu den ersten Opfern der Berliner Mauer gehörte der Schäferhund Rex, eingesetzt bei der Westberliner Schutzpolizei, der sich am 14. August 1961 an der Bernauer Straße in den provisorischen Stacheldrahtsperren verfing und nach stundenlanger Tortur von Ostberliner Grenztruppen erschossen wurde.

Weiterlesen

Tags: , ,

Am 17.02.16 ist bekannt geworden, dass der kanadische Bombardierkonzern im Rahmen einer großen Kostensenkungsmaßnahme insgesamt in 2 Jahren 7.000 Stellen abbauen will. Die Zugsparte mit insgesamt 39.000 Mitarbeitern soll daran mit 3.200 einzusparenden Stellen beteiligt sein. Daraus abgeleitet geht es für die in Deutschland insgesamt vorhandenen 9.900 Stellen um den Abbau von 1.430 Stellen. Das Hennigsdorfer Bombardierwerk, davor Adtranz, LEW, AEG, verfügt über für Brandenburger Verhältnisse beträchtliche 2.850 Stellen, von denen etwa ein Drittel im Bahnbereich tätig sind. Auch über dem Hennigsdorfer Werk schwebt die Gefahr des Abbaues von mehreren 100 Stellen. Wie den Medien zu entnehmen ist, sind Betriebsrat, IG Metall, Parteien, Landesbehörden aktiv, Aussprachen mit der Konzernvertretung sind demnächst ins Auge gefasst. Continue Reading »

Ihnen gemeinsam ist, dass gerade ihre Anhänger ihnen das schwer Erarbeitete meist verdreht haben. Allzu viele Marxisten machten aus Marx` Kritik des Kapitalismus, wie er zu seiner Zeit in Westeuropa und Nordamerika existierte, eine ewig gültige Theorie der Geschichte, und die Dichtungsbeflissenen sahen in Goethe einen großen Poeten, dessen wissenschaftliche Studien zwar amüsant, aber doch kaum mehr als drollige Verirrungen waren. Gemeinsam ist beiden, dass sie sich gegen diese Verdrehungen gewehrt haben und auch dies ohne richtigstellenden Erfolg.

Dieses Geschick hat bei beiden den gleichen „guten“ Grund: seit mehr als über 2000 Jahren, mindestens seit Plato, gilt im Okzident: Geist über Materie. Angenommen wird darüber hinaus, dass der Geist das Ideal der Wahrheit erringen, sich diesem Ideal zumindest annähern könne. Erhebt sich hier nicht die Frage, ob wir Heutigen nicht stetig zunehmenden Grund haben, an dieser Annahme zu zweifeln? Gewiss: unsere Erkenntnisse über die Natur, also über die Materie um uns und in uns, nehmen weiterhin rasant zu. Aber darf man heutzutage nicht auch fragen, ob unsere doch meist zutreffenden Erkenntnisse nicht dazu beitragen, dass wir mit der Natur immer größere Schwierigkeiten haben? Wohnt es unseren Naturwissenschaften etwa immer noch inne, uns die Natur als einen bewohnbaren Ort zu erhalten? Oder: Kann es nicht sein, dass die Natur sich an unserem auf Vorherrschaft drängenden Geist rächt und uns die Heimstatt auf dieser Erde unbewohnbar macht? Continue Reading »

Tags: ,

x478Die Kunst und das historische Bild des Künstlers (und das der Bohème), das von Originalität, Genialität und Unabhängigkeit geprägt ist, dient heute als Vorbild für die postmodernen Angestellten und Freelancer, zumindest jene der Wissenschaft und der Kreativwirtschaft, wenn nicht darüber hinaus. Diese Arbeitenden sind kreativ, belastbar, sie sind flexibel und denken und agieren eigenverantwortlich.

In der Praxis bedeutet Künstler_in-Sein heute aber für die meisten Unsicherheit und Abhängigkeit, nicht zuletzt auch Abhängigkeit von Zufall und Glück. In Österreich sind laut offizieller Statistik dreiviertel der in Frage kommenden auf das außerhalb der Kunst erzielte Einkommen angewiesen. Diese Prekarisierung wird dann durch einen Freiheitsmythos ideologisch und persönlich versüßt. Die Grazer Künstlerin und Ethnologin hat für ihre Diplomarbeit zehn Künstler_innen aus Graz interviewt, von denen sie sechs in ihrer Arbeit näher vorstellt. Darunter sind erfolgreiche und weniger erfolgreiche.

Sie tippt viele Themen an. Da ist zum einen Graz, die mit 280.000 Einwohner_innen zweitgrößte Stadt Österreichs, die unter anderem durch den seit 1968 jährlich stattfindenden „steirischen herbst“ ein avantgardistisches Image hat. Dieses wurde durch die herrschaftsförmige Ausrufung von Graz als „City of Design“ 2011 entscheidend transformiert. Da sind zweitens die Interviewten, die, so die Autorin, durchgängig das unternehmerische Denken verinnerlicht hätten, wenn nicht überhöhen würden und (deswegen?) wenig Bereitschaft zur Selbstreflektion zeigen würden.

Bezugnehmend auf Foucault, Bourdieu, Isabell Lorey und Boltanski/Chiapello kompiliert Fuchs nun den theoretischen Rahmen ihrer Forschung bzw. unternimmt mit dessen Hilfe die Interpretation ihrer Interviews. Ihr geht es um das Künstlersubjekt und seine Transformation und um das Verhältnis von Erfolg, Risiko und Freiheit. Bemerkenswert sei, so Fuchs, dass der Künstler auch historisch mit vielen, teilweise widersprüchlichen Eigenschaften beschrieben worden sei: Genie, schöpferisch, verrückt, eigensinnig, subversiv, auf jeden Fall „anders“ als der Mainstream. Continue Reading »

Tags: ,

Gerade wird die aktuelle Ausgabe des transform-Jahrbuches ausgeliefert. Wie immer handelt es sich dabei wie immer zuerst um das englischsprachige „Original“. Aus dem deutschen Sprachraum sind unter anderem Gabriele Winker, Uta von Winterfeld, Karola Boger, Joachim Bischoff, Michael Brie mit dabei. Im Schwerpunkt des Heftes „Rätsel Europa“ finden sich Beiträge von Étienne Balibar, Jeremy Corbyn und Yanis Varoufakis.

Die deutschsprachige Ausgabe wird in der zweiten Hälfte des Monat März bei VSA Hamburg erscheinen.

IMG_0420Dennis Eversberg und Matthias Schmelzer haben mittels Befragung das Selbstverständnis der Degrowth-Bewegung untersucht.
Auch wenn Wachstumskritik en vogue ist – in einer Rangliste der „Top 10 Grassroots Movements“ des australischen „Shift Magazine“ nahm es jüngst sogar den ersten Platz ein – gibt es zu Degrowth als einer sozialen Bewegung bisher kaum Forschungen.
In ihrem neu erschienenen Aufsatz im Forschungsjournal Soziale Bewegungen (1/2016) präsentieren sie – basierend auf einer Fragebogenerhebung, an der sich 814 der Teilnehmenden der Leipziger Degrowth-Konferenz 2014 beteiligten, und einer umfassenden Clusteranalyse – erste empirische Befunde zum Charakter dieser Bewegung in Form von vier Thesen.
Im Kern argumentieren sie, dass Degrowth eine entstehende, aber in sich heterogene soziale Bewegung sei, die im Kern für eine Kapitalismus- und Herrschaftskritik steht, die die individuelle und kollektive Praxis im Hier und Jetzt zum zentralen Ausgangspunkt umfassender Gesellschaftsveränderung macht. Sie umreissen fünf Strömungen, die jeweils ungefähr gleichgewichtig anzutreffen seien:

  • Suffizienzorientierte Zivilisationskritik
  • Immanenten Reformismus
  • Voluntaristisch-pazifistischen Idealismus
  • Modernistisch-rationalistische Linke und
  • Libertäre Praxislinke.

Ihr einführender Text ist hier online, der gesamte Aufsatz kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Gemälde und Foto: Claudia Bär, 2015.

Older Posts »

Facebook IconTwitter IconView Our Identi.ca Timeline