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Luxemburg und der Staat

Gerade ist in der Reihe “Staatsverständnisse” des Nomos-Verlages ein Band zur Staatsauffassung Rosa Luxemburgs erschienen. Im vergangenen Jahr wurde an gleicher Stelle eine entsprechende Arbeit zu Nicos Poulantzas (herausgegeben von Alex Demirovic, Stephan Adolphs, Serhat Karakayali) veröffentlicht.

Die HerausgeberInnen Frigga Haug und Michael Brie halten in ihrer Einleitung fest:

Rosa Luxemburgs Beitrag zur Geschichte des Denkens über den Staat beginnt dort, wo sie in die strategischen Debatten der Sozialdemokratie an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eingreift. Ihr ganzes Werk durchzieht eine einzige Frage: Wie kann sich die große Mehrheit des Volkes zu jenen historischen Aktionen befähigen, durch die sie ihre Geschicke in die eigenen Hände nehmen kann. Emanzipatorische Politik ist für Luxemburg ein Prozess, in dem dafür die Bedingungen geschaffen werden – durch Demokratisierung des bürgerlichen Staates wie der linken Organisationen, durch die Massenaktionen der Arbeiter, durch politische Bildung. Politik ist für sie Veränderung der Gesellschaft und Selbstveränderung derer, die sich dabei engagieren, sie ist zugleich politische Gestaltung und Lernen. Von hier aus wirft sie einen eigenständigen Blick auf den Staat und den Kampf um ihn. In Auseinandersetzungen um die Frage der Beteiligung linker Parteien an Regierungen, um die Neugestaltung nationaler Beziehungen in multiethnischen Staaten oder bei der Analyse des bürgerlichen Staates im Zeitalter des Imperialismus entwickelt sie originäre Positionen und stellt neue Fragen, die von Antonio Gramsci weitergeführt werden.”

Zwischen Klassenstaat und Selbstbefreiung.  Zum Staatsverständnis von Rosa Luxemburg
Herausgegeben von Prof. Dr. Michael Brie, Prof. Dr. Frigga Haug
2011, 242 S., Broschiert, ISBN 978-3-8329-4148-2

Übersicht der Beiträge:

Ottokar Lubahn: Rosa Luxemburgs Staatsverständnis in der marxistischen Tradition der II. Internationale

Michael Brie: Der Fall Millerand – Regierungsbeteiligung der Sozialisten als Testfall marxistischer Staatstheorie

Bernd Röttger: Zwischen betrieblichen Kämpfen und Staat. Politikkunst für die institutionelle Arbeiterbewegung

Lutz Brangsch: Das Politikverständnis von Rosa Luxemburg: Soziales Lernen und politische Macht

Walter Baier: Von Nationen und “Natiönchen”, historischen und “geschichtslosen” Völkern – Rosa Luxemburg, W.I. Lenin und Otto Bauer

Michael Krätke: Ökonomie und Politik im Denken Rosa Luxemburgs

Frigga Haug: Rosa Luxemburg und der Weg, der zu Gramsci führt und über ihn hinaus

 

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