Bundesregierung Hindernis für Innovation
„„Wir bauen Zukunft“ steht auf immer mehr Schildern an Baustellen in Deutschland. Das Investitionsprogramm des Konjunkturpakets 2 wirkt. Beispiel Lübeck: Die ehemalige Realschule Moisling wurde vor einiger Zeit die erste Gemeinschaftsschule der Hansestadt. Jetzt können unter anderem mit Hilfe des Bundes die Fassade und das Dach des Hauses saniert werden, um die Energiebilanz zu verbessern. Es war höchste Zeit: Der Flachdachbau, der Anfang der 70er Jahre errichtet wurde, wies undichte Stellen auf. Lehrer und Schüler stellten wiederholt Schimmelgeruch fest. Wegen zugiger Fenster oder maroder Heizungen verheizte die Stadt zu viel Geld.“
Dieser Newsletter des BMF wird eingeleitet mit „Es wird gebaggert und gehämmert - das Konjunkturpaket 2 zeigt Wirkung.“Read more
Nachdenklichkeit – weitgehend ohne Konsequenz
Wolfgang Schäuble überschreibt seinen Artikel in der FAZ vom 27.08.09 “Ohne Maß ist die Freiheit der Ruin”. Und er setzt fort: „Mit ein paar Justierungen an den Stellschrauben der Regulierung wird es nicht getan sein: Die Finanzwirtschaft muss in der Krise die Lasten übernehmen – und die Verantwortung.“ Das sind große Worte – wie aber sieht die Strategiediskussion der Eliten tatsächlich aus? Kann man, wie von vielen gehofft oder erwartet, von einem Zerbrechen der neoliberalen Hegemonie in Ideologie und gesellschaftlicher Praxis sprechen? Ist in den Eliten ein Umdenken zu spüren und wenn ja, in welche Richtung?
Schäubles Artikel ist eher ein Nachhall aus einer Phase der Unsicherheit.Read more
Mit Bilanztricks und Bad Bank wieder in der Gewinnzone
Die WestLB macht’s vor. Da der Markt leider zu niedrige Preise für viele Wertpapiere ausweist, dürfen die Banken nun ihre Verbindlichkeiten selbst bewerten, mit einem sog. Fair Value. Das hat die WestLB von den US-Banken gelernt, die diese Bilanzierungs-„Optionen“, also legalisierte Bilanztricks, am drastischen nutzen. So kommt man schon auf einen ansehnlichen Scheingewinn. Dann hat die WestLB 23. Mrd € sog. toxischer Wertpapiere in eine Zweckgesellschaft ausgelagert, also raus aus den Büchern, der Druck auf das Eigenkapital vermindert… und die Bilanz sieht noch besser aus. Aber...Read more
Vorwärts und vergessen! Die Krise ist vorbei... oder?
...
Es ist schon erfreulich: Bundesbank und Wirtschaftsministerium können vermelden, die Auftragslage der Unternehmen verbessert sich und die Krise geht zu Ende – die Politik der Regierung hat die befürchteten Krisenszenarien verhindert. Statt einer lahmenden Konjunkturentwicklung ist eine rasche, „V-förmige“ Erholung in Sicht. Sogar die Arbeitslosigkeit, so heißt es, kann im Herbst unter dem erwarteten Anstieg bleiben. Diesmal baut man auf den Einkaufsmanagerindex (neulich wars der Konsumindex, vgl. blog-Eintrag vom 5.08.09). Nicht so wichtig ist, dass die Unternehmen in den letzten Monaten ihre Lager geräumt haben, Bestellungen aufschoben – und nun, muss auch bei geringer Produktion nachbestellt werden.
Doch die Presse sekundiert brav und macht gute Stimmung vor der Bundestagswahl. Auf der ersten Seite wird die frohe Kunde präsentiert... weiter hinten kommen die skeptischen Einschränkungen – aber wer will das schon so genau wissen? Bsp. Financial Times Deutschland vom 7.08.09:Read more
Super Stimmung, trübe Aussichten
Wer kennt das nicht? Alles trübe, die Lage ist schwierig, aber das Wetter schön und der Verkäufer beim Backshop hat nett gelächelt. Irgendwie geht es ja doch und ich will das Leben genießen und mich gut fühlen. So ähnlich ist's mit den Konsumenten. Deren Stimmung ist sonnig, das Konsumklima verbessert sich, „die besten Werte des Jahres“, sagt die Gesellschaft für Konsumforschung. Ok, die ohnehin schmalen Profite des Einzelhandels sinken wieder um 1,8 Prozent, Metro und andere erwarten in den nächsten Monaten Umsatzeinbrüche, die Konsumenten selbst blicken pessimistisch in die Zukunft und haben Angst vor Arbeitslosigkeit. Aber nach Monaten schlechter Nachrichten will man sich einfach mal gut fühlen. Immer diese Schwarzseher! Zwei Prozent mehr Industrieaufträge sind doch auch etwas! Na gut, nach 35 Prozent Auftragseinbruch relativiert sich dieser „Aufschwung“ von einem gaaanz niedrigen Niveau aus. Aber langsam ernährt sich das Eichhörnchen... Oder hieß es, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer? Naja, sicher ist, nach der Bundestagswahl erwarten alle das Schlimmste. Also genießen wir das gute Wetter und den Zweckoptimismus der umfragenden Gesundbeter.