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WBGU

WBGUErgänzend zu Judiths kritischer, aber zu Recht auch durchaus positiver Skizze des WBGU-Gutachtens, auf dessen Langfassung man gespannt sein darf, ein Hinweis auf eine sehr nützliche Unterscheidung, die gegen Ende des Textes entwickelt wird: hier wird “eine Unterscheidung zwischen Transformationsforschung und Transformationsbildung einerseits sowie transformativer Forschung und transformativer Bildung andererseits” getroffen (S.23). “Transformationsforschung bzw. Transformationsbildung haben den Umbau selbst und die Bedingungen seiner Möglichkeit zum Gegenstand. Transformative Forschung bzw. transformative Bildung sollen den Umbauprozess durch spezifische Informationen, Methoden und Technologien befördern.” Transformationsforschung, so das Gutachten,  sei mit beträchtlichen Mitteln als neues Forschungsfeld zu etablieren – z.B. auf Gebieten wie Energie oder Nachhaltigkeit, im 8. EU-Forschungsrahmenprogramm oder  um Beschleunigungsmomente antizipieren zu lernen” (ebd.), wogegen transfomative Forschung jene Forschung bezeichne, welche die Transformation konkret befördere. “Die transformative  Forschung unterstützt Umbauprozesse durch spezifische Innovationen in den relevanten Sektoren.” Dasselbe gilt für die Bildung (S.24) entsprechend ihrer speziellen Funktion. Empfohlen wird gar: “die Einrichtung einer Bundesuniversität, die schwerpunktmäßig Forschung und Bildung für die Transformation zur Nachhaltigkeit betreibt.” (26). Hier bestätigt sich übrigens auch der Eindruck, dass der Begriff “Transformation” im Gefolge der Krise deutlich an Verbreitung gewinnt. Und: der sozialistischen Transformationsforschung, die sich das IfG auf die Fahnen geschrieben hat, muss auch begrifflich-methodisch eine sozialistische Transformationsbildung zur Seite gesellt werden.

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