In der Analyse der Entwicklung der Wirtschaftskrise im Verlauf des 1. Halbjahres stellten wir fest, dass die Praktiken, die zur Finanzkrise geführt hatten, fortgesetzt werden und damit eine latente Quelle der Verstetigung der Krise besteht. Dies scheint sich jetzt durch neue Meldungen aus den USA zu bestätigen. In der FTD von heute heißt es:
„Ramschhypotheken stürzten die Welt in die schwerste Krise seit Jahrzehnten. Nun werden mitten in den Rettungsbemühungen erneut in großem Stil Kredite an einkommensschwache Amerikaner ausgereicht. Für potenzielle Verluste könnte einmal mehr der Steuerzahler aufkommen.“
Wie bereits früher angemerkt, sind die Geschäfte mit derivaten Produkten der verschiedensten Art zwar zurückgegangen. Tatsächlich werden sie aber weiter als wesentlicher Faktor des Finanzmarktes angesehen und gehandelt. Da es zu keinen durchgreifenden Regulierungsschritten gekommen ist, ist die von der FTD skizzierte Gefahr durchaus real. Dies um so mehr, als dass sich Regierungen und Wirtschaft über die tatsächliche Lage hinwegtäuschen. Auf Global Resarch werden Autoren zitiert, die nachweisen, dass, falls Arbeitslosigkeit in den USA so gemessen werden würde wie zu Zeiten der Großen Depression, die Rate nun bei 20 Prozent liegen würde.