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Fünf Mythen

1911965_752735931504153_3707766403937654587_nMythen haben noch nie geholfen, auch linke Mythen nicht. Daher kurz fünf Anmerkungen zu fünf Mythen:

1. Mythos: Athen ist viel zu tolerant zu Reichen bzw. ist untätig in Sachen Steuergerechtigkeit. – Damit hat sich Wassilis Aswestopoulos detailliert auseinandergesetzt und fundiert widerlegt.

2. Mythos: Athen hatte keinen „Plan B“. – In seinem langen Interview mit ERT 1 berichtet Alexis Tsipras von seinen Reisen nach Moskau, New York und Peking, um die notwendigen Währungsreserven für einen Euro-Ausstieg zu diskutieren bzw. zu organisieren. Es war nicht möglich. Aber einen Grexit ohne Sicherung der Sparguthaben der kleinen Sparerinnen und Sparer?

3. Mythos: Man hätte den Grexit bewerkstelligen müssen. – Dazu sollte mensch „Grexit und was dann?“ von Niels Kadritzke lesen. Man sollte dabei bedenken, dass eine Währung immer mit Territorium, Wirtschaftskreisläufen und souveränen staatlichen Akteuren mit Währungsreserven zu tun hat. Man muss die Finanzverfassung, das Wechselkurssystem und die wirtschaftspolitische Geld- und Währungspolitik souverän betreiben können. Das hochverschuldete Euro-Mitglied Griechenland ist klein und seine schwachen bzw. zerstörten Wirtschaftsstrukturen sind extrem abhängig von Importen aus der EU.

4. Mythos: Tsipras hat das OXI des Referendums nicht ernst genommen. – Tsipras hat gesagt, dass das Referendum die Verhandlungsposition stärken würde, aber nie versprochen, sich gegen die Gläubiger durchzusetzen.

5. Mythos: Tsipras hat bedingungslos kapituliert. – Dazu ist neben dem Interview der Brief von Alexis Tsipras an die Abgeordneten des Hellenischen Parlaments aufschlussreich. Wenn sich jedoch jetzt nicht die politischen und sozialen Akteure so aufstellen, dass das, was die Erpresser wollen, verhindert wird, drohen die Gefahren Realität zu werden.

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