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Sergej Larenkow

Vor ein paar Tagen hat die FAZ auf Sergej Larenkows Fotokollagen verwiesen. Sie sind ein ganz bemerkenswerter Beitrag zu dem was heute so aufgebraucht als  Erinnerungskultur, Politische Bildung oder Geschichtsbewußtsein bemüht wird. Larenkow kopierte berühmte und unbekannte schwarz-weisse Archivfotos aus dem Zweiten Weltkrieg in farbige Gegenwartsfotos vom selben Ort und lässt deren Konturen geisterhaft verschwimmen. Die Grundidee des Ineinanderübergehen-Lassens von Bildern ist nicht neu, das Verfahren im Prinzip technisch einfach. Man erinnert sich sofort an den Film Forrest Gump, in dem Tom Hanks in allerlei historische Filmszenen hineingeschnitten wurde. Hier reicht Photoshop aus. Doch hier ist der Effekt, an diesem Sujet, weit überraschender.

“In diesen Bildern hat die Gegenwart einen Riss bekommen, durch den die Geschichte einströmt. Die Toten der Leningrader Belagerung, die Sieger der Schlachten um Wien und Berlin drängen sich zwischen die Lebenden von heute.” (FAZ, 9.8.10,S.25).

Larenkows Collagen nutzen viele bekannte Bilder, in der wir Geschichte erkennen, als Hintergrund der Gegenwart sind sie aber immer weniger präsent. Indem sie technisch verbunden werden mit der Gegenwart, bekommt diese eine Tiefendimension, die wir nicht sehen, wenn wir wir uns ihr bewegen. Bruch und Fortdauern prallen aufeinander.

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