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Kritische Transformationsforschung

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Die gesellschaftliche Linke entstand im ausgehenden 18. Jahrhundert. Ihr kategorischer Imperativ ist, wie Marx schrieb, «alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen» ist. Dies verlangt eine grundlegende Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse, aus denen diese Erniedrigung, Knechtung und Verlassenheit und Verachtung resultieren. Die Bewegungen für Demokratie, die soziale Frage, gegen Patriarchat, Sklaverei, mit Hautfarbe, Religion, Staatsbürgerschaft legitimierter Ausgrenzung und Unterdrückung überschneiden sich. Es geht um die Eigentums- und Machfragen.

Die in den 1990er Jahren beginnenden Versuche, eine neue gesellschaftliche, politische und geistige Linke zu formieren, sind zugleich Inspiration und Bezugspunkt, um im Dialog die theoretischen, methodologischen und strategischen Ansätze für eine solche Linke zu entwickeln. Das Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung wurde als Institut für sozialistische Transformationsforschung gegründet, das sich dieser Aufgabe verschrieben hat.

Unter Transformation werden gesellschaftliche Wandlungsprozesse verstanden, bei denen Akteure versuchen, die Grundstrukturen der Gesellschaft durch bewusstes Eingreifen in ihrem Wesen zu verändern. Sozialistische Transformation zielt auf die Überwindung von Profitdominanz und Vorherrschaft der Kapitalverwertung über Wirtschaft und Gesellschaft, die Durchsetzung solidarischer Verhältnisse und eines neues Naturverhältnisses sowie einer emanzipatorischen Lebensweise. Sie verbindet Ansätze radikaler Reformpolitik und revolutionärer Realpolitik.

Ausgehend von einer Reihe von Veröffentlichungen des Instituts für Gesellschaftsanalyse (siehe unten) wurde 2015 in Kooperation mit dem VSA Verlag Hamburg die Reihe Beiträge zur kritischen Transformationsforschung begonnen. Ziel ist es, Ansätze einer solchen Transformation aus der internationalen, europäischen und deutschen Diskussion zu bündeln und gemeinsam weiterzuentwickeln. Dies ist nur in enger Kooperation möglich. Die Theorie und Geschichte linken transformatorischen Denkens, die Methodologie solidarischer eingreifender Transformationsforschung, die Analyse konkreter Projekte der sozialökologischer Transformation, strategische Fragen transformatorischer Politik und die kritische Review vorliegender Ansätze gehören dazu. Die Reihe Beiträge zur kritischen Transformationsforschung ergänzt damit jene strategisch orientierten Diskussionen, die in der Zeitschrift LuXemburg. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis geführt werden.

Bisherige Publikationen:

Band 1: Polanyi neu entdecken. Das hellblaue Bändchen zu einem möglichen Dialog von Nancy Fraser und Karl Polanyi (Februar 2015)
Mit Beiträgen von MICHAEL BRIE (Für ein Bündnis des liberalen Sozialismus und libertären Commonismus), NANCY FRASER (Dreifachbewegung. Die politische Grammatik der Krise nach Karl Polanyi), KARL POLANYI (Der Masterplan des einfachen Bürgers. Drei Skizzen aus dem Jahre 1943 für ein Buch, Hamlet. Ein Essay von 1954) und KARI POLAYNI-LEVITT (Von der Großen Transformation zur Großen Finanzialisierung)
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Band 2: Mit Realutopien den Kapitalismus transformieren? Beiträge zur kritischen Transformations­forschung 2 (Mai 2015)
Mit Beiträgen von u.a. MICHAEL BRIE, MICHAEL BURAWOY, ERIK O. WRIGHT, ROLF REISSIG, THOMAS SEIBERT, JUDITH DELLHEIM, MICHAEL THOMAS, WANJA SAATKAMP, AMORY STARR (Volltext PDF)
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Band 3: Lasst uns über Alternativen reden. Beiträge zur kritischen Transformationsforschung 3 (Januar 2016).
Mit Beiträgen von Frank Adler, Lutz Brangsch, Michael Brie, Mario Candeias, John Bellamy Foster, Cornelia Hildebrandt, Dieter Klein, Philipp Piechura, Rolf Reißig, Amory Starr, Klaus Steinitz, Joachim Wahl (Volltext PDF)
Band 4: MIMMI PORCARO: Tendenzen des Sozialismus im 21. Jahrhundert. Beiträge zur kritischen Transformationsforschung 4 (September 2015) Porcaro_Tendenzen_des_Sozialismus

 

Hier gibt’s den Newsletter der „Beiträge zur kritischen Transformationsforschung“:







 

Darüber hinaus lässt sich in der Adressdatenbank der RLS  das spezielle Interessengebiet „Gesellschaftstheorie“ abonnieren. Je nach den Einstellungen, die Sie bei der Anmeldung vornehmen, werden Ihnen Veranstaltungshinweise, Publikationen und Nachrichten zu diesem Thema (und ggf. anderen Themen) zugesandt.

Schließlich sind wir an einer Zusammenarbeit interessiert. Wir wollen einen Diskussions- und KorrespondentInnenkreis aufbauen. Wer darin mitwirken will, kann sich an folgende E-Mail-Adresse wenden, die von mir betreut wird: transformationsforschung*at*rosalux.de. Gerne greifen wir Vorschläge für Buchprojekte, Artikel, Besprechungen wichtiger Neuerscheinungen usw. auf.

Michael Brie, Februar 2015

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