schirrmacher vs. dath
mir wird gerade klarer, was mein derzeitiger leib- und magenschreiberling dath bei der faz treibt, dem konservativen leitorgan der deutschsprachigen presselandschaft - außer natürlich überlebensgeld verdienen. der faz-herausgeber schirrmacher hält sich da offensichtlich einen diskutanten für ein thema, das ihn selbst umtreibt: kapitalismuskritik. jetzt hat schirrmacher tatsächlich ein kapitalismuskritisches buch geschrieben: "ego". er schafft es allerdings, die kapitalismuskritik unmarxistisch und voll vom bürgerlichen (im doppelten sinne) standpunkt aus zu formulieren. eine gute zuspitzung darauf gabe es neulich in einer besprechung in der süddeutschen. ich zitiere den zentralen passus, aus dem hervorgeht, wo es die bürgerlichen jetzt dann doch zur kapitalismuskritik treibt:
Inzwischen hat sich das Tempo der komplexen wechselseitigen Spiel- und Gegenspielzüge so hochgeschaukelt, dass schon der Vorsprung von Nanosekunden reichen kann, um Sieg und Gewinn davonzutragen. Das aber ist beileibe nicht nur ein sportliches Phänomen.Denn bei dieser Gelegenheit zerbröselt der Hochgeschwindigkeitshandel eines der Fundamente der Rechtsordnung: ausgerechnet das unternehmerische Eigentum. Inzwischen beträgt die durchschnittliche Haltezeit von Aktien an der Börse sage und schreibe 22 Sekunden. Es ist noch nicht lange her, da waren es im Schnitt mehr als vier Jahre. Eine verantwortliche Rolle des Miteigentümers eines Unternehmens, die ja der Aktienbesitz darstellt, ist damit hinfällig. Wer, wenn nicht die Eigentümer tragen dann die Verantwortung?" Quelle: SZ vom 16./17.2.2013