Buch: Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren
Das Buch “Schneewittchen rechnet ab. Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren”, welches die Diskussionen im Rahmen der gleichnamigen Tagung vor ziemlich genau einem Jahr in Berlin in einem Buch versammelt, ist nun erschienen.
Auf der Tagung befassten sich über 100 Teilnehmer_innen mit den Fragen: Was kann (queer-)feministische Ökonomie leisten? Wo stößt sie an Grenzen und wie kann eine sinnvolle Weiterentwicklung gedacht werden? Welche Alternativen der Arbeit und der Produktion gibt es? Ganz grundsätzlich fragten wir uns: Wie wollen wir eigentlich leben?
Die vollständige, von Magda Albrecht verfasste Rezension ist hier auf dem Blog Mädchenmannschaft nachzulesen. Leseprobe aus dem Buch als PDF.
Kriterien eines gerechten Übergangs
Wirtschaftliches, v.a. einseitig export-orientiertes Wachstum, sei es von Agrargütern, Rohstoffen oder Industrieprodukten, hat sich für Länder des globalen Südens häufig als Blockade der Entwicklung erwiesen. Auch ‚erfolgreiche’ Länder wie China oder Indien stoßen bei ihrer nachholenden Entwicklung auf ökonomische Grenzen exportorientierten Wachstums wie an ökologische Grenzen. Für Länder des globalen Nordens gilt diese Erkenntnis schon länger: die Wachstumsraten sind seit Jahrzehnten rückläufig, die ökologischen Grenzen überschritten. Jenseits der Wachstumsbeschleunigung werden jedoch kaum andere Strategien der Krisenlösung angestrebt. Dabei entwickeln sich in unterschiedlichen Kontexten Debatten zu diesem Thema.
In Lateinamerika wird eine scharfe und produktive Debatte der Kritik am Neodesarrolismo (wiederaufgelegten Entwicklungsparadigma) und Extractivismo (Konzentration auf Rohstoffausbeutung) geführt. Read more
Was zum Teufel wächst da eigentlich?
Regelmäßig kehren in Krisenzeiten die Wellen der Wachstumskritik zurück.
Regelmäßig bleibt unklar, worauf sie sich jeweils bezieht. Häufig geraten die Ebenen der Kritik durcheinander. 1. Da geht es zunächst um Wachstum durch Kapitalverwertung, um Mehrwertproduktion, Profit, seine Wiederanlage, also Akkumulation auf erweiterter Stufenleiter. Theoretisch kann sich Kapital verwerten (relativ) entkoppelt vom stofflichen Verbrauch, etwa bei warenförmigen Dienstleistungen oder digitalen Gütern. Empirisch war wachsende Verwertung bisher allerdings immer mit steigenden Ressourcen- und Energieverbrauch verbunden. 2. Etwas anderes liegen die Dinge beim Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP).Read more
Das Lafontaine-Projekt von 1988
Arbeitsbegriff erweitern? Grundeinkommen fordern? Die Arbeiten zu Hause gleichwertig neben die Lohnarbeit stellen? Radikale Verkürzung der Erwerbsarbeitszeit ? Die gesellschaftliche Gesamtarbeit neu besichtigen und verteilen? Zeit für Lernen und Entwicklung einräumen? Die Bevölkerung an der Entscheidung der herzustellenden Produkte beteiligen? Mehr Demokratie? – Das sind nicht allein Dimensionen der Vier-in-Einem Perspektive und auch nicht bloß Streitpunkte in der Diskussion der LINKEN um ihr Programm, sondern Elemente des Projekts, mit dem Oskar Lafontaine vor 23 Jahren seine Kanzlerkandidatur vorbereitete.Read more


