Immer das gleiche

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Blöde Illustration, via pixabay

Die Wahrheit ist die Wahrheit. Lustig ist: als abgeleitete (theoretisch erworbene) gilt sie nichts, als ausgerechnete (empirisch, beim Zuschauen erworbene) gilt sie alles. Beispiel: der Verbleib der sogenannten Griechenland-Rettungs-Milliarden. Jetzt hat die European School of Management and Technology (ESMT) mal Beobachtungsergebnisse zusammengetragen und ausgerechnet, dass von 216 Milliarden Euro der ersten beiden Rettungspakete nur 9,7 Milliarden Euro und damit weniger als fünf Prozent im griechischen Haushalt gelandet sind. Read more


Euro-Debatten

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photo by: onnola

Kaum hatten einige rechts-bürgerliche Professoren und Senioren, die sich früher mal in „der Wirtschaft“ oder im Journalismus tummelten, mit der „Alternative für Deutschland“ eine Partei gebildet, die aus dem sich ausbreitenden Unbehagen am Euro politisches Kapital schlagen wollen, schwappte auch in anderen politischen Segmenten diese und jene Aufwallung hoch, doch den Euro in Frage zu stellen. Als wolle man aus der Gefahr seines Scheiterns noch eine linke Politik machen! Dabei ist in der politischen Himmelsmechanik völlig klar: Wer jetzt in Deutschland eine „Strategie“ der Euro-Abschaffung entwirft, wird – sollte es tatsächlich zum großen Zusammenbruch kommen – mit in Haftung genommen für die Millionen Opfer, Verarmten und zusätzlichen Arbeitslosen und öffentlich an den Pranger gestellt. Und trägt damit lediglich dazu bei, die tatsächlich Verantwortlichen zu entlasten: die Kapitaleigner und Spekulanten sowie die europäischen „Eliten“, die Verhältnisse geschaffen haben, die sie am Ende nicht mehr beherrschen konnten. Eine solche Feigenblatt-Rolle sollte kein linker Politiker ernstlich übernehmen wollen. Read more


IfG-Postgraduate in der Prokla

Die neue Prokla zum Thema "Die EU und der Euro in der Krise" ist erschienen. Unter anderen interessanten Artikeln mit einem Beitrag von Mathis Heinrich, einem der Postgraduierten des Instituts. Der Beitrag ist im Volltext downzuloaden: "Zwischen Bankenrettungen und autoritärem Wettbewerbsregime. Zur Dynamik des europäischen Krisenmanagements". Im Abstract heißt es:

Between Bank Bailouts and an Authoritarian Competition Regime. On the Dynamics of European Crisis Management. The global financial crisis did not only plunge the European Union into a deep recession, but also released remarkable contradictions within the organisation and regulation of the European economy. As complex as the structural causes of the crisis are, the diverse and disputed are the political struggles and policy reactions to it. In particular, the different spheres of activity in European crisis management are characterised by variegated compromises, however no progressive change in European modes of regulation and underlying transnational social and political power networks seems to take place. Rather, alternative approaches are getting constantly disarticulated by discursive and organisational means, while authoritarian European policy reactions do not only deepen the crisis dynamics in Europe, but also more and more point towards a major crisis of democracy.


Krisenland: Schuld und Schulden

Dealing with our debt
Creative Commons License credit: DimitraTzanos

Thema Griechenland. Bemerkenswert sind auch die Bewußtseins"transformationen", die im Hintergrund ablaufen. Bis vor zwei Jahren so in etwa hätte ich beim Stichwort deutsch-griechisches Verhältnis immer zuerst an die skandalöse Verweigerungshaltung aller deutschen Regierungen in Entschädigungsfragen gedacht, die aus der ungeheuren Zerstörungs- und Vernichtungstätigkeit deutscher Truppen in Griechenland resultieren. Trotz mitunter spektakulärer Öffentlichkeitsarbeit deutsch-griechischer Gruppen lehnt der deutsche Staat individuelle Entschädigungszahlungen an Opfer und Hinterbliebene bis zum heutigen Tage ab.Read more


Lesetipps: "Die Krise in der Eurozone"

Nach Auffassung des US-Ökonomen James K. Galbraith ist der europäische Kontinent dabei, die Schwachen zum Schutz der Starken zu zerstören. “Der Diskurs wird vor frischen Ideen verschlossen und das politische Überleben hängt davon ab, Problemlösungen nach hinten zu verlagern.“ Auch Heiner Flassbeck, Chefökonom der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung, äußerte sich jüngst zum Thema: Die Zukunft unseres Wirtschaftssystems sehe düster aus. Falls das Denken der europäischen Politiker nicht rasch und grundlegend ändere, werde der Euro zwangsläufig explodieren. Besonders hervorheben möchte ich aber einen Vortrag von Wolfram Elsner vom Institut für Institutionelle und Sozial-Ökonomie der Uni Bremen, der deutlich macht, von welchem Leitbild die jeweils herrschende Ökonomik ausging (ab 1920) und welche Folgen sie in der Realität hatte. Der Rückblick reicht von der keynesianischen Ära über die ersten von Friedman und Hayek inspirierten neo-liberalen Feldversuche bis zu den umfassenden Krisen der Gegenwart. Abschließend wird auf den Zustand der Wirtschaftswissenschaften, insbesondere die Rolle des ökonomischen „Mainstreams“, eingegangen.


Nach der Rettung: Depression

Jubel auf den Finanzmärkten, sie können weiter machen, wie bisher – vorübergehend. Unter Zwang wurde ein freiwilliger Verzicht der Banken ausgehandelt. Auf keinen Fall durfte ein erzwungener Zahlungsausfall eintreten – allein die fälligen Kreditausfallversicherungen (CDS) für griechische Anleihen hätten die Finanzmärkte in den Abgrund gezogen, von der sogenannten Ansteckung anderer Länder ganz zu schweigen. Erstaunlich, dass schon der Ausfall eines so kleinen Landes über das Derivatekartenhaus das Weltfinanzsystem bedrohen kann. Ist ja nochmal gut gegangen, oder?

Nein, Griechenland wurde nicht gerettet und auch Italien nicht.

Gerettet wurden die Besitzer griechischer Staatsanleihen, die Banken und die neoliberalen Glaubenssätze. Griechenland versinkt derweil in der Depression, daran ändert der Schuldenschnitt – falls er in der angekündigten Höhe erfolgen sollte – nichts... Read more