Für ein linkes Mosaik. Luxemburg 1/2010 erschienen

Erschienen: Luxemburg. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis. 1/2010

Für ein linkes Mosaik

Mario Candeias: Von der fragmentierten Linken zum Mosaik

Hans-Jürgen Urban: Lob der Kapitalismuskritik. Warum der Kapitalismus eine starke Mosaik-Linke braucht

Thomas Seibert: Spontaneität, Kalkül und Autonomie. Strategie- und Organisationsfragen
Walter Korah, Interventionistische Linke: Leerformel oder neuer Aufbruch?

Partei-Bewegung

Oliver Nachtwey: Linke Klassenrepräsentation. Eine Partei oder viele?

Cornelia Hildebrandt: Zwischen den Strömungen. Kontroversen in der Partei Die Linke

Bernd Riexinger: Die linke Partei in Bewegungen und Bündnissen

Michael Jäger: Unklarheiten im grünen Koalitionsdenken

Harold Meyerson: Ohne Bewegung. Obama in der Krise

Mimmo Porcaro: Partei in der Krise. Chancen für eine rifundazione?

Edgardo Lander: Widersprüche linker Regierungen.

Georg Bollenbeck: Für eine unbescheidene Linke. Krise – Hegemonie – Sinngenerator

Franziska Wiethold: Krisen im Alltagsbewusstsein. Chancen für Die Linke?

Andreas Siekmann: Die Exklusive. Zur Politik des ausgeschlossenen Vierten
Dmitry Vilenski: Politische Kunst und soziale Bewegungen
Miya Yoshida : Mobile Kommunikation und Macht

Globales Mosaik

Boaventura de Sousa Santos: Entpolarisierte Pluralitäten
Michael Löwy: Negativität und Utopie in der Bewegung für globale Gerechtigkeit
La Via Campesina: »Erst kommt der soziale Kampf …« Paul Nicholson im Gespräch mit Tadzio Müller
Stephanie Ross: Jenseits des Staates? Strategische Folgen anti-staatlicher Positionen
Humberto Cholango: »Die Linken hängen am Fortschritt«
Angela Klein: Krise der Sozialforen?
Ara Wilson: Sex at the Forum. Sexuelle Gerechtigkeit und die globalisierungskritische Bewegung


Krisenbewusstsein und ‚spätrömische Dekadenz’

Vorfassung eines Beitrags im neuen AK, http://www.akweb.de:

Der Vorgang ist so abgedroschen, dass er fast langweilig ist: neoliberale Politiker und Rechtspopulisten verschiedener Parteien beschimpfen die Erwerbslosen als faul und träumen von Arbeitszwang. Die Finanzen des Staates schwinden: Die Abgaben- und Steuerquote liegt laut OECD mit knapp 36 Prozent (2008) deutlich unterhalb des europäischen Durchschnitts. Die Einnahmen kommen zu zwei Dritteln aus Lohn-, Mehrwert- und Verbrauchssteuern (Energie, Tabak), die Beteiligung aus Vermögen, Unternehmen und Aktiengewinnen ist nach Zahlen des statistischen Bundesamtes von ca. 33 (1975) auf knapp 20 Prozent (2008) gesunken – selbst in den USA ist die Belastung des Kapitals höher. Darüber hinaus sind aus dem überwiegend von Lohnabhängigen finanzierten Staatshaushalt gerade die Absurditäten des Finanzkapitalismus gegenfinanziert worden. Gleichzeitig wurde die in der Krise gelockerte Schuldenbremse eilig ins Grundgesetz geschrieben  – sekundiert von der übliche Volksverdummung durch die SPD, Staatsverschuldung sei etwas, das die ‚Sparbücher unserer Enkel belaste’. Jetzt müssen Ausgaben in Kommunen, ‚freiwilligen Staatsaufgaben’ und Kosten im Kerngeschäft gedrosselt werden.Read more