Marxisch

Die taz von gestern berichtet:

In den USA wird das Comeback von Marx ausgerufen. Eine Gang junger Intellektueller charakterisiert sich als "marxisch". Einer der klugen Wortführer ist Starliterat Benjamin Kunkel. Er erhellt die blinden Flecken des Neokeynesianismus. Weiterlesen


Wo hört Nische auf und fängt Transformation an?

Christina Kaindl (Psychologin), Caroline Rosenthal (Rathausstern Lichtenberg), Thomas Lohmeier und Christian Siefkes (Programmierer und Publizist) unterhalten sich über das emanzipatorische Potential von Commons und über deren Beschränkungen. Zum Interview


Ausschreibung einer Studie über die Friedensforschung in Deutschland

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"Friedenstaube"
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Die Rosa-Luxemburg-Stiftung schreibt eine Studie aus zum Thema "Deutsche Friedensforschung aktuell. Entwicklungen, Ergebnisse und Desiderate".

Im Themenbereich Frieden und internationale Politik wird in der Rosa-Luxemburg-Stiftung an der Entwicklung von Umrissen einer Kritischen Friedensforschung gearbeitet. Sie geht aus von der Kritik an den herrschenden ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen und führt die Gewaltkonflikte dieser Welt auf grundlegende Probleme der Ausbeutung von Menschen durch Menschen, der Ungleichheit und Unterentwicklung, kurz: der bestehenden Herrschafts- und Machtverhältnisse unter den Bedingungen der gegenwärtigen, neoliberal geprägten Gesellschaftsverhältnisse zurück. Read more


Sozialistischer Datenschutz

doyle_understanding.inddIn seiner - leider bisher nur englischsprachig vorliegenden - materialistisch-kritischen Abhandlung über "Soziale Medien" im Internet nutzt Christian Fuchs, Professor für "Social Media" an der University of Westminster, das Kapitel über Facebook, um "socialist privacy" als eine "alternative notion of privacy" gegen die liberale Auffassung zu stellen. Letztere zeichne sich dadurch aus, zwar die großen Privatvermögen zu schützen, nicht jedoch die kleinen Konsumenten und Lohnabhängigen. So werden wachsende Ungleichheitsverhältnisse, Demokratiedefizite und die diese hervorbringenden kapitalistischen Produktionsverhältnisse verschleiert. Diese Konzeption sei für ein sozialistisches Verständnis von Datenschutz und Überwachung umzukehren. Weiterlesen bei "Netz für alle"


Siefkes umfassende Quasi-Flatrate

Inclusive-Exclusive by LucaLuca
Inclusive-Exclusive. CC by LucaLuca

Christian Siefkes ("Peer-Ökonomie") geht von den Grundbedürfnissen aus: Große Teile der Bedürfnisse aller Menschen sind sich durchaus ähnlich: alle müssen essen und trinken; alle wollen ein ausreichend geheiztes oder gekühltes Dach über dem Kopf; alle wollen gesund bleiben und brauchen bei Krankheit oder Unfällen medizinische Versorgung; alle wollen alt werden und brauchen im Alter, bei Krankheit oder Behinderung gegebenenfalls Pflege, alle brauchen als Kinder Menschen, die sich um sie kümmern; alle wollen auf die eine oder andere Weise etwas lernen, sich weiterbilden, neue Fähigkeiten entwickeln; fast alle wollen sich sportlich oder spielerisch betätigen, sich gelegentlich mit Freunden treffen oder feiern, kulturelle Ereignisse besuchen (z.B. Kino, Theater, Oper, Ausstellungen) etc. Zielsetzung der umfassenden Quasi-Flatrate ist die selbstorganisierte Versorgung aller Bewohner einer bestimmten Region mit all diesen allgemein nützlichen Güter. Weiterlesen bei Christian Siefkes auf keimform.de


Aktionskonferenz Care Revolution

care-revSoziale Reproduktion betrifft uns alle – es geht um unser Leben, unseren Alltag: Wie und mit wem wollen wir wohnen? Wie sorgen wir für uns und andere? Wie wollen wir gepflegt werden und wie kann gute Gesundheitsversorgung aussehen?
Viele Menschen arbeiten in diesen Bereichen – einige bezahlt, andere unbezahlt. Wir alle sind darauf angewiesen. Wie also können die Lebensverhältnisse so gestaltet werden, dass sie unseren Wünschen und Bedürfnissen entsprechen?

Freitag, 14. März 2014, 14 Uhr bis Sonntag 16. März 2014, 15 Uhr in Berlin
Ort: Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Bitte meldet Euch hier an. Aktuelle Infos gibts auf der Konferenzhomepage care-revolution.site36.net.


Vorschlag: Sozialistische Software-Lizenzen

Bei keimform.de ("Auf der Suche nach dem Neuen im Alten") gibt es eine Debatte um die Frage: Wie erreichen wir eine commons-orientierte Transformation?

Heute haben wir die paradoxe Situation, dass, je kommunistischer die von uns benutzten Lizenzen sind, umso kapitalistischer ist die Praxis. So werden die Linux-Commons zu Konzern-Commons, die IBM und Co bereichern… In gewisser Weise funktioniert es, und für die meisten Entwickler_innen Freier Software scheint das auch akzeptabel zu sein, aber es ist der einzige Weg. Deswegen hier eine Alternative, mit der wir nicht mehr nur die Wahl der nicht-reziproken kommunistischen Lizenzen wie der GPL haben, sondern einen Mittelweg sozialistischer Lizenzen einführen, die auf Reziprozität (Gegenseitigkeit) basieren. Weiter bei keimform.de


Die Akzelerationisten

France in XXI Century. Farmer
By Jean Marc Cote [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons
Akzeleration (lat.: Beschleunigung): Eine Linke, die vorschlägt, den Kapitalismus durch noch mehr, dafür aber politisch gerichtete Beschleunigung in die Knie zu zwingen. Mit ihrem Manifest stellt sich diese neu gelabelte und noch sehr intellektuell geprägte Bewegung explizit in die Tradition von Marx, Lenin, Land und Deleuze/Guattari. Ein Sammelbändchen im Merve-Verlag bringt jetzt erstmals Positionen aus dieser Bewegung in deutscher Sprache zusammen und bekommt damit Aufmerksamkeit in den Flaggschiff-Feuilletons des grünen und weniger grünen Bürgertums.
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Degrowth-Konferenz 2014

logo-degrowth-headerDass es mit dem auf Ausbeutung, Mord und Naturzerstörung basierenden westlichen Wachstumsmodell nicht ewig so weitergehen kann, ist selbst überzeugten Kapitalismusbefürwortern mittlerweile klar. Aber Schrumpfen klingt nicht gut, und die gute alte Wachstumskritik kommt labeltechnisch auch ziemlich sperrig rüber. Wenn schon nicht das locker luftige "Décroissance", dann doch wenigstens "Degrowth": Unter diesem Label wird 2014 eine große Konferenz in Leipzig in Form von wissenschaftlichen, praxisorientierten und künstlerischen Beiträgen an drei Themensträngen arbeiten: 1. Gesellschaft organisieren. Emanzipatorische Politik. Partizipation. Institutionen. 2. Sozial-ökologisch Wirtschaften. (Re)Produktivität. Commons. Beziehungen zwischen Gesellschaft und Natur. 3. Gemeinschaft leben. Buen vivir. Creative Commons. Wissen & Technologie. Mehr lesen


Smartphonecryptoworkshop

Das einzige, was wir zu verlieren haben, sind die Ketten in unseren Smartphones.Hallo,
Am 22.11. von 10 bis 18 Uhr wird der Smartphonecryptoworkshop stattfinden.
BITTE UNBEDINGT ANMELDEN. Einzelheiten in der Einladung.
Statt eines Zeitplans gibt’s ein Seminarflussdiagramm, woran Ihr Euch orientieren könnt: Z.B. wie weit Ihr mit Eurem Smartphone gehen wollt. Interessante Stellen im PDF sind mit Links hinterlegt... Und bis es soweit ist, könnt Ihr Euch die Zeit mit dem proletarischen Ninja vertreiben.


IfG im RLS-Jahresbericht 2012

RLS Jahresbericht 2012Hin zu einer Denkwerkstatt der Linken

Das Institut für Gesellschaftsanalyse (IfG) widmete sich im Jahr 2012 vor allem zwei Schwerpunkten: Es analysierte die Strategie der herrschenden Kreise in der organischen Krise des Finanzmarktkapitalismus und die krisenhaften Spannun - gen in der Europäischen Union. Zwei Beispiele dafür: Weiterlesen im Jahresbericht


schirrmacher vs. dath

mir wird gerade klarer, was mein derzeitiger leib- und magenschreiberling dath bei der faz treibt, dem konservativen leitorgan der deutschsprachigen presselandschaft - außer natürlich überlebensgeld verdienen. der faz-herausgeber schirrmacher hält sich da offensichtlich einen diskutanten für ein thema, das ihn selbst umtreibt: kapitalismuskritik. jetzt hat schirrmacher tatsächlich ein kapitalismuskritisches buch geschrieben: "ego". er schafft es allerdings, die kapitalismuskritik unmarxistisch und voll vom bürgerlichen (im doppelten sinne) standpunkt aus zu formulieren. eine gute zuspitzung darauf gabe es neulich in einer besprechung in der süddeutschen. ich zitiere den zentralen passus, aus dem hervorgeht, wo es die bürgerlichen jetzt dann doch zur kapitalismuskritik treibt:

Inzwischen hat sich das Tempo der komplexen wechselseitigen Spiel- und Gegenspielzüge so hochgeschaukelt, dass schon der Vorsprung von Nanosekunden reichen kann, um Sieg und Gewinn davonzutragen. Das aber ist beileibe nicht nur ein sportliches Phänomen.Denn bei dieser Gelegenheit zerbröselt der Hochgeschwindigkeitshandel eines der Fundamente der Rechtsordnung: ausgerechnet das unternehmerische Eigentum. Inzwischen beträgt die durchschnittliche Haltezeit von Aktien an der Börse sage und schreibe 22 Sekunden. Es ist noch nicht lange her, da waren es im Schnitt mehr als vier Jahre. Eine verantwortliche Rolle des Miteigentümers eines Unternehmens, die ja der Aktienbesitz darstellt, ist damit hinfällig. Wer, wenn nicht die Eigentümer tragen dann die Verantwortung?" Quelle: SZ vom 16./17.2.2013

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betatext: Grüne lassen Demokratie fließen

betatextbetatext heißt das Tool und ist sowas wie die grüne Antwort auf Liquid Feedback, womit die Piraten seit einiger Zeit die Demokratie verflüssigen. Entwickelt wurde betatext als add-on für das Content Management System typo3 von der Agentur wegewerk im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion. Die Grünen machen Ernst mit Open Source und stellen das tool online zum Download und zur Weiterentwicklung. Die Lizenz-Anmerkung kombiniert (c) und GPL. Read more


Grundkurs Netzpolitik I

Netzpolitisches Grundlagen-Know-How in der Popkultur-Fachzeitschrift SPEX:

Heute schon gesurft? Facebook, Google, Spotify? Wenn wir vom Internet reden, meinen die meisten von uns eine von Konzernen gesteuerte, werbeoptimierte Welt der benutzerfreundlichen Oberflächen. Ganz anders das sogenannte Darknet: Eine Ansammlung nicht googel­- oder zensierbarer Netzwerke, in denen Drogenhandel, Prostitu­tion und Waffengeschäfte florieren, die aber auch eine entscheidende Rolle bei der Organisation des Widerstandes im Arabischen Frühling spielten.

Mehr lesen in Into the Deep Wide Open. Unterwegs im Darknet von Michael Seemann


Missing Plattformneutralität

Plattformneutralität ist einer der Kampfbegriff der Netizens. So wie das Konzept der “Nachhaltigkeit”, das die Grünen aus dem Kontext von Ressourcen- und Umweltfragen in die Politik trugen, aber dann auf alle möglichen Politikfelder ausweiteten, tragen derzeit die Piraten das Konzept aus der Programmiertechnik in die Politik und weiten es - weit über die technisch abgegrenzte Netzneutralität hinaus - auf alle Systeme des Informationsaustauschs aus. ctrl+verlust weist in einer lesenswerten Begriffsklärung darauf hin, dass ebenso

wie aus dem Nachhaltigkeitskonzept lassen sich aus der Plattformneutralität politische Forderungen generieren: beispielsweise nach Grundeinkommen (ökonomische Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe), stärkeres Trennen von Kirche und Staat (Ende der Bevorzugung christlicher Datenpakete) oder der Kampf gegen Diskriminierung von bestimmten Bevölkerungsteilen.

Allerdings ist das Konzept noch nicht - ebensowenig wie das der Nachhaltigkeit - per se transformatorisch im Sinne einer Gesellschaftsveränderung nicht nur im sondern über den Kapitalismus hinaus. Vielleicht ist das einer der Gründe dafür, dass sich noch niemand daran getraut hat, einen Wikipedia-Artikel zum Thema aufzusetzen...