Feed on
Posts
Comments

Auf der Grundlage einer mehrjährigen, umfangreichen ethnografischen Forschung beschreibt die Publikation, wie aus den griechischen Protesten (2008 – 2015) gegen die Krisenpolitik der „Troika“ langfristige Strukturen demokratischer Selbstorganisation hervorgegangen sind. Dabei wirft sie auch einen detaillierten Blick auf die griechische Protestgeschichte sowie auf sozialpolitische Entwicklungen der vergangenen 50 Jahre. Die Autorin thematisiert dabei u.a., welche Kooperationen zwischen parlamentarischen und selbstorganisierten Akteur*innen stattgefunden haben und an welcher Stelle sie gescheitert sind.

Darüber hinaus geht sie in ihrer Arbeit der Frage nach, welche gesellschaftstransformatorischen Potentiale die in der jüngsten politischen und ökonomischen Krise entstandenen selbstorganisierten Strukturen aufweisen. Besonders ausführlich stellt sie dies anhand von vier Fallstudien– selbstverwaltete Fabrik, Genossenschaftszeitung, selbstorganisierte Sozialklinik, selbstverwalteter Markt ohne Mittelleute – dar,  wie diese einzelnen Projekte versuchen, gesellschaftliche Teilbereiche wie Industrie/Produktion, Kultur, Gesundheit und Nahrungsmittelversorgung anders zu organisieren. Das Buch macht die Möglichkeiten gesellschaftlicher Selbstorganisation in Griechenland sichtbar, diese dienen aber gleichzeitig auch als Paradigmen für Versuche gesellschaftlicher Neuorganisation in anderen nationalen Kontexten.

Dilan Köse: Krisenproteste in Griechenland. Transformatorische Potenziale der Selbstorganisation; transcript Verlag, Bielefeld 2025, 348 Seiten, 49 Euro.

Hier im Open Acces

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.