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Neujahrsmarke UdSSR 1967 aus Anlaß des 50. Jahrestages der Oktoberrevolution

Neujahrsmarke UdSSR 1967 aus Anlaß des 50. Jahrestages der Oktoberrevolution

Um den Jahreswechsel 1916/1917 wurde das Ausmaß der Krise in Russland immer deutlicher. Die Wirtschaftskrise vertiefte sich – und damit verschlechterte sich die Versorgung der Bevölkerung und der Armee. Die Produktion von Energie sank, genauso wie die kriegswichtiger Güter der Metallurgie und metallverarbeitenden Produktion. Das Transportwesen brach zusammen. Korruption wurde zum einzigen Mittel, um an die für die Produktion wichtigen Güter zu kommen.

Mitte Dezember versuchten Teile der herrschenden Oligarchie den Zaren davon zu überzeugen, wenigstens unbeliebte Regierungsmitglieder aus der Regierung zu entlassen und durch andere, beliebter zu ersetzen, wenn er schon nicht einer wenigstens ansatzweise demokratischen Verfassung zustimmen wollte. Der Versuch misslang. Der Jubel der Öffentlichkeit über die Ermordung Rasputins als Ratgeber des Zaren durch einen Teil der Hofkamarilla war noch nicht Ausdruck von Opposition zum Zaren, nur gegenüber seinen „schlechten Ratgebern“. Die Reaktionen zeigten aber, wie dünn die Grundlage des politischen Systems geworden war. Das oppositionelle Bürgertum kam zu der Erkenntnis, dass sich die Mittel „loyaler Bekämpfung der Regierung“ erschöpft hätten und man sich am „Vorabend eines offenen Konfliktes“ sehe. Continue Reading »

Rezension der kleinen Festschrift für Gabriele Winker zum 60. Geburtstag

Wer Gabriele Winker einmal persönlich erlebt hat, und sei es nur bei einem Vortrag, wird kaum glauben, dass sie Anfang November ihren 60. Geburtstag feiern konnte. Winker ist seit 2003 Professorin für Arbeitswissenschaft und Gender Studies an der Technischen Universität Hamburg-Harburg und leitet u.a. dort die Arbeitsgruppe Arbeit–Gender–Technik. Zuvor war sie in der Verwaltung des Landes Bremen und danach fast zehn Jahre als Professorin an der Fachhochschule Furtwangen tätig. Heute ist sie vor allem als engagierte Streiterin in Sachen Care und »Care-Revolution« – und als Verfechterin des theoretischen Konzepts der »Intersektionalität« bekannt. Sie ist bekennende Feministin, Marxistin; und nicht zuletzt politische Aktivistin. Sie ist sich auch nicht zu schade, in Neuköllner Kneipen mit autonomen KommunistInnen vom »Ums Ganze«-Bündnis zu diskutieren, oder vor 25 traditionsmarxistischen BesucherInnen bei der MASCH in Bremen engagiert über die Grundlagen des Care-Gedankens zu erzählen.

MitstreiterInnen und SchülerInnen haben jetzt überraschend eine kleine Festschrift zusammengetragen, die in einer Art Bricolage thematisch den Weg umreißt und illustriert, den Winker theoretisch, politisch und wissenschaftlich gegangen ist: Von der (feministischen) Technikforschung zur Intersektionalität. Heute treten sie und andere AutorInnen dafür ein, gleichrangig Identität, symbolische Repräsentation und Sozialstruktur zu untersuchen und zu reflektieren und alle miteinander verwobenen Unterdrückungsverhältnisse in den Blick zu nehmen. Das Buch enthält zehn Beiträge zu feministischen Analysen und Strategien und je fünf zum Thema »Care« bzw. zu Technik als Feld feministischer Auseinandersetzungen. Alle sind auf der Höhe der Zeit, in der die Forderung nach Selbstbestimmung längst in die neoliberale Selbstverantwortung umgedreht wurde. Continue Reading »

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norwat-buchEuropakrisen, Flüchtlingselend, Skandale am laufenden Band, Klimaschäden, soziale Schieflagen, Rechtspopulismus, Terror- und Kriegsgefahr.

Kaum sind wir einem Schreckensszenario entronnen, schon wartet das nächste auf uns. Man fühlt sich schon wie im Krieg: Die Einschläge erfolgen in immer kürzeren Abständen und kommen immer näher.

Gibt es kein Entrinnen? Vorschläge wurden schon genug gemacht, gerechtere Einkommensverteilung und Weltwirtschaftsordnung, ökologische Produktions- und Lebensweise, mehr Mitbestimmung in Staat und Gesellschaft, Reduzierung der Militärausgaben und friedliche Lösung internationaler Konflikte.

Aber reicht dies? Unsere Wirtschaftsordnung basiert auf Privateigentum und ist auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Daher muss sie wachsen und expandieren. Und hier liegt „der Hund“ begraben. Die Folgeprobleme sind bekannt, betreffen uns alle und sind doch so schwierig zu lösen. Weiterlesen

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soasMit „Barrieren und Grenzen“ beschäftigte sich die 13. Konferenz der Reihe „Historical Materialism“ (HM) in London, ausgerichtet von der gleichnamigen Zeitschrift. Gemeint waren laut Aufruf vor allem die ökologischen Grenzen des Kapitalismus, aber auch strategische Grenzen, an die antikapitalistische Politik heute stößt. Denn HM versteht sich laut Programm nicht als „konventionelle“ akademische Konferenz, sondern ebenso als Forum für politische Analyse und strategische Debatten.

Weiterlesen auf der Themenseite Geschichte der RLS. PDF des von Jule Ehms, Ralf Hoffrogge und Richard Stoenescu verfassten Berichtes.

Foto: Der Konferenzort, die School of Oriental and African Studies der University of London (Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0)

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oktober0012017 jähren sich die Revolutionen in Russland zum 100sten Male. Wie unterschiedlich die Interpretationen auch seien mögen – Einigkeit besteht darin, dass sie das 20. Jahrhundert entscheidend geprägt haben. Auch wenn das Ereignis als solches in seinen Details nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs des Realsozialismus und der meisten Parteien bolschewistischer Richtung an Glanz verloren hat, vermittelt es doch bis heute das Bewusstsein, dass die Welt auch von denen „da unten“ veränderbar ist.
Wenn es richtig ist, dass die russische Revolution „das gewaltigste Faktum des Weltkrieges“ ist (so Rosa Luxemburg über die Oktoberrevolution), muss man einiges zu ihrer unmittelbaren Vorgeschichte sagen. Continue Reading »

15036609_710471699100577_6189318821172131253_nDie Frage, was die Linken in der Ukraine von der griechischen Dachorganisation von Solidarinitiativen solidarity4all lernen und vielleicht auch „importieren“ können, ist nicht leicht zu beantworten. Sie ist insbesondere mit dem Wunsch bzw. Willen, zum einen sehr konkrete Solidarität in der Gesellschaft zu organisieren und zum anderen linke Politik nachhaltig wirksamer zu machen, verbunden. Es geht also um scheinbar banales Tun, dessen Reflexion und Verbindung mit der Arbeit an Konzepten und politischen Strategien. Solidarität, vor allem mit den sozial und global Schwächsten, ist keine Wohltätigkeit. Wer Hilfe empfängt, wird ernst genommen. Die Ursachen und Verursacher von Gewalt gegen Menschen und gegen die Natur werden aufgezeigt. Die mit ihnen verknüpften gesellschaftlichen Hierarchien sollen gemeinsam angegriffen, nachhaltig zurückgedrängt und Continue Reading »

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19.-20.10. Internationaler Workshop zur „Brexit“-Problematik, 19.10. öffentliche Veranstaltung zu diesem Thema, 21.10. Gespräch mit Marica Frangakis zum 2. Kongress von Syriza – drei hochinteressante und anstrengende Tage, die erneut Probleme deutlich machten, die weder auf ein EU-Land noch auf die Linken in einem Land beschränkt bleiben: Die Kapitaleliten können mit den bisherigen Mitteln und Methoden die objektiven Widersprüche der modernen kapitalistischen Produktionsweise nicht managen. Sie können auch nicht das Projekt EU so wie bisher weitertreiben und dabei die Gesellschaften der EU-Mitglieder als „Gewinner der Globalisierung“ entwickeln. Die Linken in der EU sind nicht in der Lage, einen Politikwechsel zu erwirken, mit dem zunächst erst einmal das Anwachsen der sozialen und ökologischen Probleme wie des EU-Beitrages zur Zuspitzung der menschheitlichen Existenzfragen gestoppt würde. Das wäre die Voraussetzung für den Beginn sozialökologischer Transformation. Die Situation wirft erneut Fragen nach den Ursachen dafür und nach einer Gesellschaftsanalyse auf, die den Linken hilft, endlich strategiefähig zu werden. Continue Reading »

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„Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“

Dieses berühmte Zitat von Rosa Luxemburg, zumindest den einen berühmten Satz, kennen viele. Aber schon viel weniger Menschen wissen, dass es aus ihrem unfertig gebliebenen Text zur Russischen Revolution stammt. Und noch viel weniger Menschen wissen, dass der Text – der sich mit der Kritik Luxemburgs aber auch ihrer Zustimmung zum Vorgehen in der Oktoberrevolution befasst – gar nicht an Lenin gerichtet war, sondern an die deutsche sozialdemokratische Partei.

Wer schon immer wissen wollte, was es mit diesem umstrittenen Text auf sich hat, ist herzlich eingeladen. Wir wollen den Text „Zur Russischen Revolution“ gemeinsam lesen und diskutieren. Dabei wollen wir vor allem über folgende Fragen reden: Worüber schrieb Luxemburg genau? Was war ihre Kritik an den Bolschewiki? Worin stimmte sie mit diesen überein? Wie beschreibt sie das Verhältnis von „Masse und Führung“? Wie sieht sie die Möglichkeiten, Gesellschaft grundlegend zu verändern? Wie beschreibt sie das Verhältnis von Reform und Revolution? Was können wir für heute aus Luxemburgs Gedanken lernen?

Wir treffen uns an jedem 2. Dienstag im Monat, beginnend am 8. November 2016 jeweils um 19 Uhr am Franz-Mehring-Platz 1. Vorwissen ist nicht nötig, lediglich die Bereitschaft, Texte zu lesen und gemeinsam zu diskutieren. Unser vorerst letzter gemeinsamer Termin wird der 11.04. sein.

Der Kurs von durchgeführt von Miriam Pieschke und Lutz Brangsch.

Beim ersten Treffen wollen wir den Ablaufplan, Erwartungen und Wünsche und Organisatorisches besprechen. Einen ersten inhaltlichen Einstieg wird es ebenfalls geben.

Anmeldung bitte unter brangsch@rosalux.de !

Wir freuen uns auf Euch,

Lutz und Miriam

Marx im Jahre 2016

Am vergangenen Wochenende fand in Stockholm die Konferenz Marx2016 statt. Zu den Mitveranstaltern gehörte auch das Zentrum für marxistische Studien Stockholm (CMS), ein langjähriger Partner der RLS im Netzwerk transform.

Die Veranstaltung bot einen umfangreichen Überblick über die Diskussionen, in denen die Marxrezeption eine mehr oder weniger große Rolle spielt. Wie oft bei derartigen Treffen nutzten Promovierende die Möglichkeit, ihr Arbeiten zur Diskussion zu stellen. Dabei ging es vorrangig darum, wie anschließend an die marxschen Erkenntnisse gegenwärtige Probleme zu verstehen und zu lösen sind. Fragen der Veränderung von Klassenkonstellationen im Zuge der Digitalisierung, der Rolle des Staates, der Charakteristik der gegenwärtigen Epoche, der Rolle der Debatten um Race, Class und Gender für einen modernen Marxismus – das sind nur einige der behandelten Themen; kurz – in den zwei Tagen wurde die ganzen Breite vorrangig der akademischen Marx-Diskussion präsentiert. Von der RLS stellte Judith Dellheim ein gemeinsam mit Frieder Otto Wolf verfasstes Papier zum Thema „Intersectionality in working on socio-ecological Transformation” in einer eigenen Session. Sie plädierte dafür, anschließend an den feministischen Diskurs zur Intersektionalität eine Erweiterung des Verständnisses vorzunehmen. Der „Intersektionalität von oben“ müsse die „Intersektionalität von unten“ entgegengestellt werden. Betrachtet man Themen, Beiträge und Debatten der Konferenz, so bestätigen sie eigentlich diese Notwendigkeit. Vor allem dann, wenn es um die Konsequenzen z.B. der sich entwickelnden neuen sozialen Strukturen ging, wurde die Begrenztheit eines zu engen Herangehens aus jeweils nur traditionell-ökonomischer, traditionell-politischer, queerer usw. Sicht mehr oder weniger deutlich artikuliert. Wie oft auf derartigen Veranstaltungen war man sich einig, dass aus jeder dieser Einzelsichten alles zur Überwindung des Kapitalismus drängt. Gegenüber der Frage, wie man ihn aber überwinden kann und wie die eigentlich auf der Tagesordnung stehenden Bündnisse tatsächlich geschaffen werden können, bleibt man weitgehend hilflos. Nicht nur die Praxis ist schwer – es fällt auch sehr schwer, dieses „Ganze“ zu theoretisieren. Der Beitrag von Dellheim/Wolf ist ein Versuch, hier Ansätze zu entwickeln.

 

Die Vielfachkrise der bundesdeutschen Gesellschaft, die anhaltenden Versuche, die Richtung eines gemäßigten Neoliberalismus mit immer neuen Mitteln im Rahmen der bisherigen „großen“ Koalition fortzusetzen, fordert die Suche nach umfassenderen Alternativen heraus. Die Partei Die Grünen haben dies im Rahmen ihres Green New Deal versucht, auch wenn dieser in den letzten Jahren wieder in den Hintergrund getreten ist. Die Anpassung an die Regierungspolitik ist offensichtlich so weit fortgeschritten, dass komplexeren alternativen Ansätzen ausgewichen wird. Die Fraktion der Partei DIE LINKE hat ihrerseits in der Legislaturperiode zwischen 2009 und 2013 einen Plan B vorgelegt, der seinerseits kaum noch Erwähnung findet. Gleichzeitig finden immer intensivere Hinterzimmergespräche über eine mögliche Koalition von SPD, Grünen und LINKE statt, die es auch in die Medien schaffen. Continue Reading »

Hinter dieser mystisch anmutenden Überschrift verbergen sich zwei Strategie-Diskussionen im IfG. Einige wenige Bemerkungen sollen Streitfragen unseres Austausches vom 4.7. reflektieren und die allgemein große Lust auf die bevorstehende Fortsetzung noch steigern. Anfang Juli ging es zunächst um den Begriff „Strategie“ und die Notwendigkeit, ihn zu definieren. Continue Reading »

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Inspiriert

… sah sich Detlef Georgia Schulze von Étienne Balibars Rosa Luxemburg Lecture und hat eine inspirierende Erwiderung geschrieben, die hier sehr gerne eingestellt wird. Dazu drei kleine Anmerkungen: auf S. 7 steht zwischen zwei politisch-praktischen Orientierungen ein „oder“, das durch ein „und“ ersetzt werden sollte (1). „Kollektive Selbstbestimmung“ (S. 10) muss nicht bedeuten, dass alle Kollektivmitglieder selbstbestimmt handeln können. Continue Reading »

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Die “Auswertung einer Konferenz” steht an und Dateien, Notizen, Mails werden bewegt. Vielleicht ist es das Einfachste, mit drei Fragen, zu denen Thomas Sablowski in einem ersten Beitrag nach der Konferenz produktiv provoziert, zu beginnen. Thomas thematisiert “ … die schwere Niederlage, die die europäischen Linke im vergangenen Jahr in Griechenland erlitten hat”. Dazu darf gefragt werden: Continue Reading »

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220px-Étienne_BalibarDie Erklärung der deutschen Bundeskanzlerin zur Brexit-Problematik von vorgestern war gemessen am status quo konsistent und vernünftig: sie bezog sich auf Tatsachen und Verträge, auf anstehende Verhandlungen und Verfahren, auf objektive Fragen und Herausforderungen. Im deutlichen Unterschied zum EP-Präsidenten Schulz, der verbal „mehr Europa“ als Antwort auf den Brexit forderte, sprach sie vom „erfolgreichen Europa“, das seine Versprechen endlich hält und einlöst und gemeinsame Probleme gemeinsam löst. Allerdings Continue Reading »

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Offener Brief an Cameron, Hollande, Merkel und Renzi zur kritischen Lage Griechenlands vor dem Treffen der EUROGROUP am 9.5.2016

Dass die „Griechenland-Rettung“ oder die „Griechenland-Hilfen“ die griechische Bevölkerung in die Verarmung und den Ruin getrieben, die sozialen und ökonomischen Probleme weiter zugespitzt haben, wird selbst von Hardlinern eingestanden. Das haben dieser Tage das White Paper des Berliner ESMT1 und das „Handelsblatt“ vom 4. Mai erneut belegt. Continue Reading »

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