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Arbeitsreiches Wochenende

15036609_710471699100577_6189318821172131253_nDie Frage, was die Linken in der Ukraine von der griechischen Dachorganisation von Solidarinitiativen solidarity4all lernen und vielleicht auch „importieren“ können, ist nicht leicht zu beantworten. Sie ist insbesondere mit dem Wunsch bzw. Willen, zum einen sehr konkrete Solidarität in der Gesellschaft zu organisieren und zum anderen linke Politik nachhaltig wirksamer zu machen, verbunden. Es geht also um scheinbar banales Tun, dessen Reflexion und Verbindung mit der Arbeit an Konzepten und politischen Strategien. Solidarität, vor allem mit den sozial und global Schwächsten, ist keine Wohltätigkeit. Wer Hilfe empfängt, wird ernst genommen. Die Ursachen und Verursacher von Gewalt gegen Menschen und gegen die Natur werden aufgezeigt. Die mit ihnen verknüpften gesellschaftlichen Hierarchien sollen gemeinsam angegriffen, nachhaltig zurückgedrängt und letztendlich überwunden werden. Solidarität erweisen wird als Bedürfnis, ethischer Anspruch, Alltagspraxis und politische Auseinandersetzung mit Konkurrenzverhältnissen, mit Ungerechtigkeit, mit sozialer wie ökologischer Zerstörung gefasst. Aber wie das immer wieder neu leben? George/Daremas hat eine Studie vorgelegt, die tiefgehende Gesellschaftsanalyse und die Würdigung konkreter Solidarität bzw. Solidaritätserfahrungen miteinander verbindet. Ausgehend hiervon diskutiert Daremas den Alltag einer linken Partei. Das ist von besonderem Interesse für Oksana, Bohdan und Taras, die an einem linken Parteiprojekt in der Ukraine arbeiten. Für die entsprechenden Erörterungen und Gespräche ist Berlin ein guter Ort, wo es viele Solidaritätsprojekte, in denen auch Mitglieder der Partei DIE LINKE. aktiv sind, gibt. Allerdings sind ihre Aktivitäten und Erfahrungen nur punktuell Ausgangspunkte für die Strategiearbeit der Partei.

Die TeilnehmerInnen am Workshop sind u. a. mit Arij und Samer, zwei Flüchtlingen aus Syrien, auf Tour gegangen und haben dabei viel gelernt, insbesondere über das Projekt „Refugio“ in Neukölln. Anschließend wurden weitere Arbeitsvorhaben verabredet. Dazu gehört nicht zuletzt die Auswertung von Erfahrungen von RLS-PartnerInnen in Lateinamerika und Südafrika, wo Solidaritätsarbeit, Partei- bzw. Organisationsentwicklung und politische Bildung in ihrer Gemeinsamkeit realisiert wurden bzw. werden. Schließlich bedarf es großer Anstrengung, um die Kernfrage zu beantworten – wie unter den Bedingungen neoliberaler Hegemonie ständig neu (informelle und formelle) soziale Beziehungen entwickelt werden können, die die elementare Bedingung für den Aufbau und die Entfaltung linker politischer Organisationen/Strukturen sind.

 

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