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´Gesprächsfetzen aus dem prekären Projektealltag` ist ein BilderLeseBuch, das anhand illustrierter Dialoge den Alltag von zwei freischaffenden Selbstständigen beschreibt, die sich künstlerisch tätig in Berlin über Wasser halten und ihre eigene Situation zwischen Selbstausbeutung, Existenznot und Idealismus reflektieren“

schreibt der AG SPAK Verlag über das eben erschienene Buch von Andrea Behrendt und tigrowna „Gesprächsfetzen aus dem prekären Projektealltag“ (ISBN 978-3-940865-38-0 I 2012 I 68 Seiten I 9,00 €). Leider mutet der Inhalt der in dem Büchlein dokumentierten Gespräche dann doch relativ belanglos an. Dass Selbstständige, bzw. prekäre Kreative

  • viel zu tun haben,
  • schlecht bezahlt werden,
  • vermehrt zu Burnout neigen,
  • und sich in einem Leben voller Widersprüche befinden,
  • ja, dass Städte gentrifiziert werden,

ist nun wahrlich keine Neuigkeit mehr, für deren Verbreitung Bäume gefällt werden müssen. Es wird auch keinerlei Perspektive aufgezeigt, wie man und frau sich individuell oder kollektiv wehren kann. Die beiden Autorinnen leben ohne Kinder, was schon eine privilegierte Position darstellt, die aber nicht reflektiert wird. Der ganze Stil klingt nach „jung-autonom“ und „identitätslinks“, dabei sind die beiden Protagonistinnen nach ihrer Selbstdarstellung Ende 30 bzw. Anfang 40. Da hätte die Welt mehr als nur diese aus dem Bauch heraus aufgeschriebenen Texte erwarten können.
Das Manifest „Haben und Brauchen“ (PDF), das dann im Anhang abgedruckt ist, macht dann eine kritische gesellschaftliche und politische Debatte auf. Insgesamt ist das wichtige Thema der Situation von prekären Kreativen und ihr Umgang mit ebendieser, mit dieser Publikation verschenkt worden. Leider.
Zum Buch genau hier entlang.

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