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Die mentale und ideologische Kriegsvorbereitungsmaschine läuft wieder an. Diesmal Syrien. Wäre ein dickerer Brocken als Libyen. Näher dran an Israel. Wesentlich mehr Bevölkerung. Wesentlich weniger Öl allerdings. Egal: In der tagesschau haben Friedensschauplätze keinen Nachrichtenwert. Stattdessen setzen die in diesem Themenzusammenhang dort fast ausschließlich ventilierten Regierungsverlautbarungen auf die neue, Militäreinsätze herausfordernde und völkerrechtlich höchst fragwürdige Konstrukt der „responsibility to protect“ („Schutzverantwortung„). Der sich daraus ergebende militärinterventionistische Schwarze Peter wird derzeit noch den „arabischen Nachbarn“ zugespielt. Dass die kritische Friedensforschung kaum noch wahrnehmbar ist mit berechtigter Kritik an Militärinterventionen und tragfähigen Alternativvorschlägen, um die Debatte abzulenken von der Orientierung auf als alternativlos dargestellte Militärinterventionen, viele sich stattdessen weitestgehend ins Lager der regierungsorientierten Politikberatung verzogen haben, „das Versagen der Friedensforschung“ also, stellte Ekkehart Krippendorff im Freitag schon vor einiger Zeit im Zusammenhang mit der Libyen-Intervention fest. Ins selbe Horn stößt Erhard Crome im Blättchen über „Neusprech“ anlässlich der Kriegsbefürwortung aus dem ZIF, dem „Zentrum für Internationale Friedenseinsätze“, einer parastaatlichen Institution aus rot-grünen Bundesregierungszeiten.

Aber es geht auch anders: Gewaltfreie und pazifistische Interventionsmöglichkeiten existieren real und dass diese oft auch an ebensolche Initiativen aus der jeweiligen Konfliktsituation selbst anschließen könnten, will die Projektdatenbank Friedensschauplätze belegen. Diese offene Datenbank, gehostet bei der RLS, lädt Künstler_innen, Aktivist_innen, Wissenschaftler_innen und sonstige Expert_innen ein, Projekte im Bereich der Friedensarbeit in einer Datenbank zu sammeln und deren Orte als „Friedensschauplätze“ weltweit zu kartieren.

Zur Anleitung (roter Pfeil)

Zur Anleitung (roter Pfeil)

Die Projektdatenbank baut so langsam eine Sammlung von Informationen über Einzelpersonen, Initiativen, Organisationen und Projekten auf, die sich in künstlerischer, aktivistischer oder anderer Form mit Strategien der Sichtbarmachung und Intervention in bewaffneten Konfliktsituationen beschäftigen und damit im weitesten Sinne zu mehr Frieden und Gerechtigkeit beitragen. Ein großer Teil der Einträge wird von der Redaktion erstellt. Darüber hinaus sind alle Personen und Gruppen im Handlungsfeld von engagierter Kunst, Forschung und Friedensarbeit eingeladen, sich selbst und die eigenen Projekte in die Datenbank einzutragen (zur Anleitung dem roten Pfeil folgen), die Registrierung ist frei und nur im Notfall moderiert. So können alle relevantes Material, Videos, Bilder und Dokumente öffentlich zur Verfügung stellen. Sämtliche Einträge werden in einer Weltkarte der „Friedensschauplätze“ verzeichnet und sind über diese auffindbar.

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